In Surrey, inmitten von Hügeln und Wäldern, verbergen sich winzige Inseln von Heidelandschaften – eines der seltensten und anfälligsten Habitate Großbritanniens.
Diese nehmen zwar weniger als ein Prozent der Landesfläche ein, beherbergen aber ein einzigartiges und außergewöhnlich komplexes Ökosystem: Hunderte von Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten leben hier, viele davon sind nirgendwo sonst auf der Welt zu finden.
Diese Gebiete mit traditionellen Methoden zu kartieren, ist jedoch bislang praktisch unmöglich. Jeden einzelnen Abschnitt zu Fuß zu begehen, da sie fragmentiert und in anderer Vegetation versteckt sind, erfordert einen unerschwinglichen Zeit- und Kostenaufwand.
Forschende der Universität Surrey – insbesondere Professor Richard Murphy und Dr. Ana Andries vom Zentrum für Ökologie und Nachhaltigkeit – beschlossen zusammen mit dem Surrey Wildlife Trust, Buglife und Painshill Park Trust, einen völlig anderen Ansatz zu verfolgen.
Sie kombinierten das, was jedem zugänglich ist, mit dem, was leistungsstarken Algorithmen gleichzeitig zur Verfügung steht: die Telefone von Freiwilligen und hochauflösende Satellitenbilder.
Geschulte Bürgerwissenschaftler führten Hunderte von Erhebungen in zwei Schlüsselgebieten – Chobham Common und Puttenham Common – mit einer speziellen mobilen Anwendung durch, um Merkmale der Heidelandschaften zu erfassen. Über 250 Freiwillige führten mehr als 1000 Umfragen durch und sammelten Daten, die die Grundlage für maschinelles Lernen bildeten.
Die Algorithmen analysierten diese Beobachtungen zusammen mit Satellitenbildern, Bodeninformationen und Geländedaten.
Die Ergebnisse übertrafen alle Erwartungen: Das Modell lieferte eine Karte mit einer Auflösung von nur drei Metern – so präzise, dass selbst mikroskopische Heidefragmente erkennbar sind, die nationale Erhebungen übersehen.
Dieser Ansatz beschleunigt und verbilligt die Kartierung nicht nur, sondern macht gewöhnliche Menschen zu aktiven Teilnehmern der Wissenschaft, und ihre Beobachtungen zu einem wertvollen Beitrag zum Naturschutz.
Die Methode hat ihre Vielseitigkeit bereits unter Beweis gestellt: Sie wurde erfolgreich zur Kartierung fragmentierter Kalkmagerrasen in Surrey eingesetzt, die sich als ebenso selten und ebenso wichtig erwiesen.
Die Forschungsergebnisse, die in der Zeitschrift „People and Nature“ veröffentlicht wurden, ebnen den Weg für eine regelmäßige Aktualisierung der Daten landesweit und darüber hinaus. Das Projekt Space4Nature hat bereits internationale Anerkennung gefunden – im November 2025 präsentierte Großbritannien es auf der Klimakonferenz COP30 als Modell für umweltorientierte Innovation.
Dies bedeutet, dass versteckte Naturräume nicht länger unsichtbar für die Wissenschaft sind. Und wenn sie sichtbar sind, können sie gerettet werden.

