Im Jahr 2026 erinnert die Natur erneut daran: Selbst nach beinahe vollständiger Ausrottung können Raubtiere in ihre angestammten Gebiete zurückkehren. Mexikanische Grauwölfe, Rotwölfe und Grauwölfe in Kalifornien zeigen, wie gezielter Schutz und natürliche Ausbreitung das Bild verändern.
Die Population der Mexikanischen Grauwölfe in Arizona und New Mexico wächst bereits im zehnten Jahr in Folge. Erhebungen zufolge leben rund dreihundert Tiere in freier Wildbahn. Noch in den 1970er Jahren waren diese Wölfe wegen Vergiftungen und Abschusses fast verschwunden, doch das jährliche Auftauchen neuer Welpen gibt Hoffnung auf eine weitere Erholung.
In North Carolina erfreuen auch die Rotwölfe mit Zuwachs. Vier Würfe brachten dreiundzwanzig Welpen. Zugleich bleiben in freier Wildbahn nur etwa zwei Dutzend ausgewachsene Tiere, weshalb jedes überlebende Junge besonders wertvoll für eine Art wird, die einst in der Natur als ausgestorben galt.
Eine eigene Geschichte spielt sich in Kalifornien ab. Ein dreijähriges weibliches Grauwolf-Tier namens BEY03F legte einen Weg von Hunderten Kilometern aus den nördlichen Regionen des Bundesstaates zurück und gelangte erstmals seit mehr als einem Jahrhundert in den Sequoia-Nationalpark. Ihr Erscheinen zeigt, wie wichtig die Vernetzung von Lebensräumen für die natürliche Ausbreitung von Raubtieren ist.
Diese drei Fälle sind durch einen Faden verbunden: Der Erfolg hängt nicht nur von der Freilassung der Tiere ab, sondern auch vom Schutz der Wanderkorridore und von der Verringerung der Konflikte mit dem Menschen. Wölfe brauchen wie viele andere Arten Räume, in denen sie nicht verfolgt und nicht vergiftet werden.
Wenn Wolfsrudel wieder ihre früheren Gebiete besetzen, ist das nicht bloß biologische Statistik. Es ist ein Signal, dass Ökosysteme noch zur Erholung fähig sind, wenn man ihnen eine Chance gibt.


