Armand „Mondo“ Duplantis macht den Stabhochsprung weiterhin vor allem zu einem Wettbewerb mit sich selbst.
Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham gewann der schwedische Superstar seinen vierten Europameistertitel in Folge unter freiem Himmel. Den Sieg sicherte er sich mit einem Sprung über 6,15 Meter, womit er gleichzeitig einen neuen Meisterschaftsrekord aufstellte.
Das Finale fand am 16 August im Alexander Stadium statt. Duplantis' größter Rivale war der Grieche Emmanouil Karalis – einer der wenigen Athleten weltweit, die heute in der Lage sind, Mondos Höhen zumindest annähernd zu erreichen. Karalis übersprang 6,00 Meter, doch weitere Versuche blieben erfolglos. Silber ging an ihn, Bronze gewann der Franzose Baptiste Thiery mit einem Ergebnis von 5,85 Metern.
Doch für Duplantis war ein Sieg allein nicht genug.
Zunächst überquerte er 6,10 Meter, womit er die Marke seines eigenen Meisterschaftsrekords, den er zwei Jahre zuvor in Rom aufgestellt hatte, einstellte. Dann legte der Schwede die Latte noch höher – auf 6,15 – und meisterte sie erneut im ersten Versuch.
So wurde der Europameistertitel zu einem weiteren Kapitel in seinem eigenen Rekordbuch.
Für Duplantis ist dies bereits das vierte Gold bei Europameisterschaften in Folge: Er gewann das Turnier in den Jahren 2018, 2022, 2024 und nun 2026. Der Athlet selbst gab nach dem Finale zu, dass ihm vier Siege in Folge fast unglaublich vorkämen und er versuche, solche Erfolge nicht als selbstverständlich anzusehen.
Genau das ist das Besondere an Mondo: Er befindet sich schon lange in einer Position, in der ein bloßer Sieg nicht mehr ausreicht, um das Publikum zu überraschen.
Bei jedem seiner Starts stellt sich eine andere Frage: Wie hoch wird er heute springen?
Vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften lag sein Weltrekord bereits bei 6,31 Meter, aufgestellt im März 2026. Nach dem Sieg in Birmingham warteten die Zuschauer auf einen erneuten Angriff auf den Weltrekord, doch diesmal entschied sich Duplantis, nach 6,15 aufzuhören. (Olympische Spiele)
In dieser Saison verlief seine Vorbereitung nicht ganz reibungslos. Einige Wochen vor der Meisterschaft zog er sich aus Vorsichtsmaßnahmen von den Wettkämpfen in London zurück, weshalb Duplantis selbst den Auftritt in Birmingham als eine gewisse Herausforderung bezeichnete. Umso wertvoller war das Gold für ihn.
In den letzten Jahren hat Mondo die Wahrnehmung des Stabhochsprungs grundlegend verändert.
Höhen, die noch vor Kurzem fast fantastisch erschienen, sind bei ihm zu einem Teil eines gewöhnlichen Abends geworden. Eine Latte von über sechs Metern wirkt nicht mehr wie ein letztes Wunder – für Duplantis ist das oft nur der Beginn der eigentlichen Show.
Und doch ging es in Birmingham nicht in erster Linie um einen weiteren Weltrekord.
Vier Europameisterschaften – viermal Gold in Folge.
Während andere Athleten versuchen, an ihn heranzukommen, legt Duplantis die Messlatte weiterhin buchstäblich und im übertragenen Sinne höher.
Und es scheint, als gäbe es für Mondo nach wie vor nur einen gefährlichsten Gegner.
Das ist die Höhe, die er noch nicht übersprungen hat.



