Cristiano Ronaldo deutet Abschied an: Das letzte Jahr für das Vermächtnis und die Familie

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

„Dies ist wahrscheinlich mein letztes Jahr im Fußball“, ließ Cristiano Ronaldo in einem Interview mit der Vogue direkt nach seiner Hochzeit mit Georgina Rodríguez verlauten. Der Satz klang nicht wie ein lauter Abschied, sondern wie ein leises Eingeständnis: Der 41-jährige Portugiese, dessen Karriere sich über ein Vierteljahrhundert erstreckt, ist endlich bereit zuzugeben, dass die Zeit davonläuft.

Ronaldo ist derzeit in Saudi-Arabien bei Al-Nassr, wo er noch einen Vertrag für ein Jahr hat. Er hat bereits 976 Tore für den Verein und die Nationalmannschaft erzielt, und das Ziel – die Tausend – ist in dieser Saison noch erreichbar. Doch nach seiner sechsten Weltmeisterschaft, bei der er einen Teilnahmerekord aufstellte, wirkt der Spieler wie ein Schatten seiner selbst. Die Frage ist nicht, ob er die Zahl noch erreichen kann, sondern warum er das jetzt noch braucht.

Hinter den Worten über ein „großartiges Vermächtnis“ und den Wunsch, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, verbirgt sich ein tieferer Wandel. Ronaldo war immer der Inbegriff des Einzelkampfes: vom Jungen aus Madeira zur globalen Ikone, deren Transfers und Verträge den Markt veränderten. Jetzt spricht er davon, das „Loch“ zu füllen, das der Fußball hinterlassen wird – von Padel, Reisen und dem Genießen des Erarbeiteten. Das ist nicht nur Müdigkeit, sondern das Eingeständnis, dass die Karriere längst nicht mehr nur Sport, sondern ein Geschäftsimperium geworden ist, in dem das Privatleben jahrzehntelang in den Hintergrund trat.

Vergleichen Sie das mit einem normalen Menschen, der nach 25 Jahren im selben Job plötzlich beschließt, dass es an der Zeit ist, das Büro zu schließen und sich um die Kinder zu kümmern: Der Unterschied liegt nur im Maßstab. Für Ronaldo ist Fußball nicht nur ein Beruf, sondern eine Identität, die er über Jahrzehnte aufgebaut hat. Darauf zu verzichten bedeutet, die eigene Biografie umzuschreiben, in der jedes Tor und jede Trophäe Bausteine im Fundament einer Legende waren.

Im weiteren Sinne spiegelt sein Hinweis die Veränderungen im Fußball selbst wider. Die Ära der Superstars, deren Namen Vereine und Ligen in den Schatten stellten, weicht allmählich kollektiven Projekten und jungen Talenten. Ronaldo dominiert, genau wie Messi, das Spielfeld nicht mehr, aber sein Abgang wird das Symbol für das Ende jener Ära sein, in der ein einzelner Spieler die globale Agenda des Sports über Jahrzehnte bestimmen konnte.

Allem Anschein nach wird Ronaldo seine Karriere nicht mit einem lauten Finale beenden, sondern mit einem stillen Übergang in ein neues Kapitel – und das ist vielleicht das ehrlichste Ende für einen Menschen, der immer am Limit gelebt hat.

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Quellen

  • Cristiano Ronaldo hints at ‘last year of football’

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