Schwimmende Windturbinen vor der Küste Portugals haben in acht Jahren 270 Meeresarten angezogen

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Acht Jahre Beobachtung der drei schwimmenden Plattformen WindFloat Atlantic vor der Küste von Viana do Castelo in Portugal haben ein unerwartetes Ergebnis gezeigt: In der Projektzone wurden mehr als 270 Meeresarten registriert. Darunter befinden sich 52 Fischarten, fünf Meeressäugetiere, 33 Vogelarten und drei Fledermausarten. Die Strukturen, die in Gewässern mit einer Tiefe von 95–100 Metern installiert sind, erzeugen nicht nur 25 MW Strom, sondern schaffen auch Bedingungen für ein bemerkenswertes Wachstum der Populationen von Oktopussen, Rochen und anderen Fischen im Vergleich zu Kontrollgebieten.

Die Schlüsselfaktoren waren der Effekt des künstlichen Riffs durch die untergetauchten Teile der Plattformen und das Fischereiverbot in der Schutzzone. Diese Maßnahmen verwandelten das Gebiet in ein lokales Refugium, in dem die Häufigkeit und Biomasse von Oktopussen und einigen kommerziell genutzten Fischarten höher waren als außerhalb des Projekts. Die Beobachtungen zeigten keine signifikanten negativen Auswirkungen auf Meeressäugetiere, Vögel und Fledermäuse, und in einigen Gruppen wurde im Gegenteil eine Zunahme der Präsenz festgestellt.

Das Projekt, das im Jahr 2020 in Betrieb genommen wurde, ist der weltweit erste halbtauchende schwimmende Windpark. Das Monitoring, das von Ocean Winds zusammen mit unabhängigen Experten durchgeführt wurde, umfasste den Zeitraum ab dem Jahr 2018 und beinhaltete einen Vergleich mit benachbarten Gewässern. Die Ergebnisse zeigen, dass schwimmende Konstruktionen mit dem Meeresökosystem koexistieren können und gleichzeitig saubere Energie für etwa 25 tausend portugiesische Haushalte liefern.

Solche Erkenntnisse stellen die gängige Vorstellung von Offshore-Energie als ausschließliche Quelle von Konflikten mit der Natur in Frage. Stattdessen fungieren die Plattformen als eine Art "Inseln der Stabilität" im offenen Ozean, wo Fischerei verboten ist und wo harte Oberflächen die Ansiedlung benthischer Organismen fördern. Dies ersetzt nicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung bei der Skalierung der Technologie, liefert aber konkrete Daten zur Bewertung der tatsächlichen Auswirkungen.

In dem Bericht, der auf der WindEurope 2026 vorgestellt wurde, wird betont, dass die Projektzone als lokales Reservat fungiert, die Biodiversität unterstützt und als Nahrungsgebiet für Meereslebewesen dient. Solche Beobachtungen sind wichtig, um zu verstehen, wie technische Lösungen in bestehende Ökosysteme integriert werden können, ohne sie zu zerstören.

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Quellen

  • How 3 Floating Wind Turbines Attracted 270 Marine Species Over 8 Years

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