Wasserkraft überholt Gas beim Bitcoin-Mining: Energie als neue Währung der Branche

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Der Stromverbrauch beim Bitcoin-Mining ist in anderthalb Jahren um 38 % auf 190 TWh pro Jahr gestiegen. Dabei hat die Wasserkraft erstmals Erdgas überholt und ist zur Hauptstromquelle für das Netzwerk geworden. Die Zahl wirkt trocken, aber dahinter verbirgt sich eine einfache wirtschaftliche Tatsache: Miner suchen, wie jedes andere Unternehmen auch, die billigste und stabilste Energie, nicht eine abstrakte „Grünheit“.

Nach vorläufigen Daten des Cambridge Centre for Alternative Finance erreichte der Anteil kohlenstoffarmer Quellen am Energiemix der Miner 59,4 %. Wasserkraftwerke, insbesondere in Äthiopien und anderen Regionen mit einem Überschuss an günstigem Wasser, haben Gas verdrängt. Die CO₂-Emissionen sind dabei um „nur“ 20 % auf 48 Millionen Tonnen gestiegen. Das Verbrauchswachstum übersteigt das Verschmutzungswachstum gerade deshalb, weil sich die Struktur der Quellen zugunsten saubererer Energie verändert.

Für einen Investor in Kryptowährungen oder Aktien von Mining-Unternehmen ist dies mehr als nur Statistik. Günstige Wasserkraft wirkt sich direkt auf die Rentabilität des Abbaus aus. Wenn Strom weniger kostet, wächst die Hashrate schneller und die Selbstkosten pro Bitcoin sinken. Wer früher Mining-Farmen in Regionen mit teurem Gas kaufte, verliert nun gegen diejenigen, die es geschafft haben, sich an Staudämmen zu etablieren.

Interessanterweise haben nur 10 % der befragten Miner einen Teil ihrer Kapazitäten bereits auf KI-Berechnungen umgeleitet. Die übrigen beobachten die Entwicklung bisher nur. Der Grund ist einfach: Bitcoin-Mining kann bei Strompreissprüngen schnell abgeschaltet werden, während Rechenzentren für künstliche Intelligenz eine rund-um-die-Uhr-Stabilität und teure Infrastruktur erfordern. Flexibilität bleibt der wichtigste Wettbewerbsvorteil von Krypto-Minern.

Die Emissionen steigen trotzdem, da das gesamte Verbrauchsvolumen zunimmt. Selbst bei einem saubereren Mix sind die absoluten Zahlen höher. Dies ist ein klassisches Beispiel dafür, dass relative „Grünheit“ das absolute Wachstum der Belastung des Energiesystems nicht aufhebt. Investoren sollten bedenken: Regulatorische Risiken und Reputationsschäden verschwinden nicht, auch wenn die Wasserkraft den ersten Platz einnimmt.

Letztendlich ähnelt das Bitcoin-Mining immer mehr einem normalen energieintensiven Geschäft, bei dem derjenige gewinnt, der die Kosten pro Kilowattstunde besser verwaltet. Für den Privatanleger ist dies ein Signal: Beobachten Sie nicht nur den Münzpreis, sondern auch die Geografie und die Energiequellen der Unternehmen, in die Sie investieren. Günstiges Wasser verschafft heute einen Vorteil, aber morgen können sich die Spielregeln ändern.

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Quellen

  • Hydropower overtakes gas as Bitcoin mining power use jumps 38%

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