Bitcoin bei 77–80 Tsd. $: Warum die Erwartung einer Fed-Zinserhöhung erneut die Regeln diktiert

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

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Bitcoin handelt in einer engen Spanne von 77–80 Tsd. $, obwohl er noch vor Kurzem bereit für einen neuen Sprung schien. Die August-CPI-Daten fielen gemischt aus: Die Jahresinflation blieb auf dem Niveau von 3,4 %, während die Kerninflation auf 2,4 % sank, den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Doch der monatliche Anstieg des Core-CPI von 0,3 % übertraf die Erwartungen, und die Märkte revidierten ihre Prognosen drastisch.

Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte am 16. September stieg auf 85–90 %. Goldman Sachs änderte seine Position und rechnet nun mit einer Straffung. Für einen Vermögenswert, der als Inflationsschutz und von Zentralbanken unabhängiges Instrument positioniert wird, wirkt eine solche Reaktion paradox.

Hohe Zinsen verteuern geliehenes Geld, dämpfen die Risikobereitschaft und verlagern Kapital zugunsten sichererer Instrumente. Bitcoin bleibt trotz seiner dezentralen Natur empfindlich gegenüber der globalen Liquidität. Wenn Anleger eine Straffung erwarten, reduzieren sie ihre Positionen in volatilen Anlagen – von Technologieaktien bis hin zu Kryptowährungen.

In den letzten Wochen flossen mehrere Hundert Millionen Dollar aus den amerikanischen Spot-Bitcoin-ETF ab. Gleichzeitig stiegen die Renditen von Staatsanleihen. Diese Ströme zeigen: Selbst große Akteure bewerten Krypto weiterhin durch das Prisma der traditionellen Makroökonomie und nicht durch das Narrativ des „digitalen Goldes“.

Stellen Sie sich einen Fluss vor, der behauptet, unabhängig zu fließen, aber letztlich in denselben Ozean des globalen Kapitals mündet. Bitcoin mag außerhalb des Bankensystems existieren, doch sein Preis wird nach wie vor davon bestimmt, wie teuer Geld in diesem System ist. Wenn die Fed ihre Politik strafft, steigen die Kosten der Kreditaufnahme, und „überschüssige“ Mittel verlassen die risikoreichen Segmente.

Historisch fielen Phasen von „higher for longer“ mit Korrekturen am Kryptomarkt zusammen. Derzeit preist der Markt nicht nur die September-Erhöhung ein, sondern auch mögliche Schritte bis Ende des Jahres 2026. Das verändert die langfristigen Erwartungen und zwingt dazu, die Portfolios zu überdenken.

Der Anleger sollte bedenken: Selbst die unabhängigsten Vermögenswerte bleiben Teil eines einheitlichen Finanzökosystems, in dem die Entscheidungen der Zentralbanken alle Anlageklassen beeinflussen.

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Quellen

  • Bitcoin Is Suddenly Braced For An ‘Extraordinary’ Fed Earthquake

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