Im September 2026, nach dem Abschluss des London Design Festival, erschien auf den Regalen der erste Band der Monografie The Product Design 100 — eine Ausgabe von Design Burger, die den aktuellen Zustand des Industriedesigns in materieller Form festzuhalten sucht.
Das Buch mit einem Umfang von etwa 325–360 Seiten präsentiert 100 reale Produkte von Studios und Marken unterschiedlicher Größe: vom Erbe von Barber Osgerby und Arbeiten von Naoto Fukasawa, Jasper Morrison bis hin zu Projekten von Rimowa, Vitra, Nothing und teenage engineering. In der Auswahl gibt es kein einheitliches Thema, doch zieht sich ein gemeinsamer Faden von Qualität und Aufmerksamkeit fürs Detail hindurch.
Design Burger, gegründet im Jahr 2018 von den Industriedesignern Alex Philpott, Oscar Pearce, Kester Page und Joe Slatter, hat seine Plattform zur Förderung von Designern in acht Jahren in ein physisches Archiv verwandelt. Die grafische Gestaltung entstand in Zusammenarbeit mit Collaborate London, und das Format — ein solider Leineneinband von 230 × 300 mm — unterstreicht die Absicht, ein langlebiges Objekt zu schaffen.
In einer Epoche, in der Produktbilder endlos durch die Feeds huschen, ohne Kontext und Urheberschaft, und ein Teil von ihnen in der Realität gar nicht existiert, gewinnt die Rückkehr zu einer kuratierten gedruckten Ausgabe besondere Bedeutung. Die Monografie hält den Moment fest, in dem das Design zwischen Luxury-Craft, hochspezialisierten Geräten und Lösungen, die von ökologischen Anforderungen diktiert werden, balanciert.
Unter den Teilnehmern sind sowohl große Konzerne wie Nike, Google und Meta als auch kleine Studios. Nicht alle Projekte werden kommerzielle Hits; einige sind bereits unter dem Druck des Hypes und unternehmerischer Risiken verschwunden. Das Buch zeigt ehrlich, dass nicht jedes schöne Bild zu einem beständigen Produkt wird.
Die Veröffentlichung wird von einer Ausstellung in der Shoreditch Design Week begleitet, was die Rolle der Ausgabe als nicht bloß Katalog, sondern Ausgangspunkt für ein Gespräch über die Zukunft der Branche verstärkt. Anders als die endlosen digitalen Zusammenstellungen zwingt das physische Buch dazu, langsamer zu werden und zu betrachten, wie Form, Funktion und Kommerz in realen Objekten miteinander verwoben sind.
So erinnert The Product Design 100 daran: In einer Welt, in der der visuelle Lärm schneller wächst als die Dinge selbst, helfen gerade sorgfältig ausgewählte materielle Zeugnisse zu verstehen, wohin das Industriedesign sich bewegt und was in ihm wirklich von Bedeutung ist.
