Der trockene Sommer in den Rocky Mountains hat zu einem starken Anstieg der Konflikte zwischen Schwarzbären und Menschen geführt. In Colorado, Utah und New Mexico kommen die Tiere immer häufiger auf der Suche nach Nahrung in die Städte.
Der Grund ist ein Mangel an natürlicher Nahrung. Dürre, ein schneearmer Winter und Waldbrände haben Beeren, Eicheln und Gräser vernichtet, von denen sich Bären normalerweise ernähren. In Colorado gingen bis Mitte August 2026 mehr als 6129 Meldungen über Bären ein – fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025.
Bären dringen in Wohngebiete von Denver, Colorado Springs, Fort Collins und Aspen ein. Sie plündern Mülltonnen, dringen in Autos und Häuser ein. Ein Bär blieb in Colorado Springs in einem Auto stecken und starb an der Hitze.
Die Behörden der Bundesstaaten reagieren hart. In Utah wurden bereits mehr als drei Dutzend Bären getötet – mehr als in den vorangegangenen drei Jahren zusammen. In New Mexico erreichte die Zahl der Abschüsse 187 – ein Höchststand seit 2011. In Colorado wurden wegen Konflikten mit Menschen dutzende Tiere umgesiedelt und etwa hundert getötet.
Besonders aktiv sind Bären in der Phase der Hyperphagie – im Spätsommer und Herbst, wenn sie vor dem Winterschlaf Fett ansetzen müssen. Doch in diesem Jahr gibt es fast keine natürliche Nahrung, und die Tiere verlieren die Scheu vor Menschen.
Was passiert, wenn die gewohnten Nahrungsquellen verschwinden? Bären ändern ihr Verhalten und geraten immer häufiger in menschliche Siedlungen.
Experten weisen darauf hin, dass das Problem die gesamte Region der Rocky Mountains betrifft. Den Bewohnern wird empfohlen, Vogelfutterhäuschen zu entfernen, Müll zu verschließen und keine Lebensmittel im Freien liegen zu lassen. Ohne solche Maßnahmen könnte die Zahl der Begegnungen noch weiter steigen.

