USA und Iran beenden erste Verhandlungsrunde: „Ermutigende Fortschritte“ und ein 60-Tage-Fahrplan

Bearbeitet von: Alex Khohlov

In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni ging die erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran im Schweizer Bürgenstock nach einer Nacht intensiver Diskussionen zu Ende. Während die Vermittler aus Katar und Pakistan von einem „ermutigenden Fortschritt“ in Richtung eines Friedensabkommens sprachen, räumten beide Seiten zugleich ein, dass weiterhin erhebliche Differenzen bestehen.

Die beteiligten Parteien verständigten sich auf einen ehrgeizigen Plan: einen Fahrplan, um die Gespräche innerhalb von 60 Tagen zum Abschluss zu bringen. Konkrete Deeskalationsmechanismen liegen bereits auf dem Tisch, darunter die Einrichtung einer temporären Kommunikationsleitung zur Vermeidung militärischer Zwischenfälle und zur Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Die wichtigste Neuerung ist jedoch die Bildung einer sogenannten „Konfliktlösungsgruppe“, die die Kampfhandlungen im Libanon beenden soll, wo seit fast vier Monaten ein Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz tobt.

An der Spitze der US-Delegation stand Vizepräsident J.D. Vance, der das Treffen als „historisch“ bezeichnete und „große Fortschritte“ bei den Verhandlungen hervorhob. Auf iranischer Seite nahmen Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi an den Gesprächen teil. Während Ghalibaf im Anschluss nach Teheran zurückkehrte, betonte Araghchi die „erheblichen Fortschritte“ bei der Beilegung des Libanon-Konflikts und bezeichnete die Arbeit der „Konfliktlösungsgruppe“ als ersten ernsthaften Test für den politischen Willen beider Seiten.

Die Gespräche finden jedoch vor dem Hintergrund extremer Spannungen statt. Der Iran beharrt darauf, dass die Beendigung des Krieges im Libanon eine zwingende Voraussetzung für den weiteren Dialog ist. Zeitgleich erneuerte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegen Teheran und erklärte in einem Interview, dass die USA nach Ablauf der 60-Tage-Frist „tun können, was immer sie wollen“, während er dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian riet, „auf seine Worte zu achten“. Als Reaktion darauf warnte Delegationsleiter Ghalibaf, Washington müsse vorsichtig mit Drohungen sein, da die iranischen Streitkräfte zu einer angemessenen Antwort bereit stünden. Zudem verweigerte die iranische Seite ein gemeinsames Foto mit der US-Delegation – eine symbolische Geste des Missfallens.

Themen, die lange Zeit ignoriert wurden, rückten nun auf die Tagesordnung. Diskutiert wurden die Sicherheit in der Straße von Hormus, ein Waffenstillstand im Libanon und eine mögliche Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl. Was das Atomprogramm des Irans betrifft, so spielte dieses in der aktuellen Runde kaum eine Rolle – Teheran wiederholte lediglich sein bekanntes Versprechen, keine Kernwaffen zu entwickeln, verteidigte jedoch sein souveränes „Recht auf Urananreicherung“.

Im Libanon bleibt die Lage derweil kritisch. Der Waffenstillstand ist brüchig: Die israelische Luftwaffe fliegt weiterhin Angriffe, während die Hisbollah mit Raketen- und Artilleriebeschuss antwortet, obwohl bereits seit November 2024 eine Waffenruhe gilt.

Der Erfolg des Verhandlungsprozesses wird sich in erster Linie an den Ergebnissen der neuen „Konfliktlösungsgruppe“ für den Libanon messen lassen. Sollte sich dieses Gremium bei der Verhinderung von Kampfhandlungen als effektiv erweisen, könnte dies das Fundament für ein umfassenderes Friedensabkommen bilden. Falls die Kämpfe vor Ort jedoch weiter eskalieren, droht der gesamte diplomatische Prozess zu scheitern – womit die Region in einen Zustand des offenen Krieges zurückfallen würde.

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Quellen

  • Mideast Live Updates: First Round of U.S.-Iran Talks Concludes, Mediators Say

  • Iran war latest: 'Major progress' as peace talks end

  • Первый раунд переговоров США и Ирана в Швейцарии завершился

  • МИД Швейцарии: переговоры США и Ирана в Бюргенштоке продолжались всю ночь

  • Ливан: несмотря на перемирие между «Хезболлой» и Израилем, каждый день погибают или получают увечья 12 детей

  • Война Израиля с «Хезболлой» (с 2024 года)

  • CNN о переговорах США и Ирана

  • Иран отказался от совместной фотосессии с представителями США

  • Завершился первый раунд переговоров США и Ирана в Швейцарии, пишет Reuters

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