Im Nationalpark Shennongjia, wo die Bergwälder Chinas uralte Ökosysteme bewahren, haben Infrarotkameras kürzlich Aufnahmen geliefert, die einen neuen Blick darauf werfen, wie Technologie dazu beiträgt, das zu erhalten, was früher unsichtbar blieb.
Seit der Gründung des Parks ist das gesamte Gebiet mit einem Netz solcher Kameras überzogen. In abgelegenen Winkeln, in die selten ein menschlicher Fuß tritt, wurden der Chinesische Serau, der Gelbkehlmarder, der Chinesische Muntjak, das Waldmoschustier, der Schwarzbär, Makaken und der Kronenadler erfasst. Die Tiere wurden in natürlichen Posen festgehalten: Der Serau zupft ruhig Gras, der Marder blickt wachsam umher, der Adler trinkt Wasser an einem Bach und putzt sein Gefieder.
Diese Aufnahmen sind nicht nur schöne Bilder. Sie zeigen, dass die Populationen seltener Arten in ihren gewohnten Lebensräumen weiter existieren, ohne übermäßige Eingriffe. Für den Park, der die Ursprünglichkeit der Natur bewahren will, werden solche Daten zur Grundlage für eine präzise Schutzplanung.
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Patrouillen arbeiten die Kameras rund um die Uhr und scheuchen die Tiere nicht auf. Sie dringen in dichtes Unterholz und steile Hänge vor, wo Menschen kaum hinkommen. Dadurch erhalten Wissenschaftler Informationen darüber, wo und wann bestimmte Arten auftauchen, wie sich ihr Verhalten ändert und wie viele ungefähr in verschiedenen Zonen leben.
Die gesammelten Aufzeichnungen helfen bereits dabei, das Gebiet in Zonen mit unterschiedlichen Schutzregimen zu unterteilen und zu überprüfen, wie wirksam die ergriffenen Maßnahmen sind. Jedes neue Bild ist ein weiteres Argument dafür, dass die Kombination aus moderner Technologie und sorgsamem Umgang mit der Natur spürbare Ergebnisse bringt.
Letztlich wird das Monitoring nicht nur zur Sammlung von Fakten, sondern zu einem Werkzeug, das es dem Park ermöglicht, lebendig und intakt zu bleiben.


