Wissenschaftler stimmen für eine „Schaltstunde“ statt für Schaltsekunden

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Metrologists at CGPM in Versailles voted today to end leap seconds. UTC goes continuous on May 20, 2027. Since 1972 we've added 27 leap seconds; a negative one loomed ~2029. New rule: tolerate up to an hour of UT1 drift, then a rare "leap hour"—not expected for >1,000 years.

Scientific American
Scientific American
@sciam

The leap second is no more. International timekeepers voted to end it today, which will allow Earth’s rotation and official time to fall farther out of alignment than ever before. sciam.com/article/scient…

Reply

Am 15 Oktober 2026 stimmte auf der Generalkonferenz für Maß und Gewicht in Versailles eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern, Diplomaten und Chronometrie-Fachleuten für die Abschaffung der Schaltsekunden.

Der Beschluss wurde mit Mehrheit gefasst. Ab dem 20 Mai 2027, am Tag der Metrologie, wird die koordinierte Weltzeit (UTC) kontinuierlich sein.

Statt der gewohnten Korrekturen um eine Sekunde wird nun eine Abweichung zwischen UTC und der astronomischen Zeit UT1 von bis zu einer ganzen Stunde zugelassen. Wenn die Differenz 3600 Sekunden erreicht, wird eine „Schaltstunde“ hinzugefügt.

Seit 1972 wurden 27 Schaltsekunden eingeführt, um die Atomuhren mit der Erdrotation zu synchronisieren. Die jüngste Beschleunigung der Rotation des Planeten erhöhte das Risiko einer negativen Schaltsekunde, die Störungen in digitalen Systemen hätte verursachen können.

Experten weisen darauf hin, dass die erste Schaltstunde höchstwahrscheinlich nicht vor Ablauf von tausend Jahren nötig sein wird. Damit entfällt faktisch für Jahrhunderte die Notwendigkeit häufiger Korrekturen.

„Nach 30 Jahren der Debatten sind wir bereit“, sagte vor der Abstimmung Noël Dimark, Präsident des Beratenden Ausschusses für Zeit und Frequenz des Internationalen Büros für Maß und Gewicht.

Der Beschluss bewahrt die Verbindung der globalen Zeit mit der Erdrotation, macht die UTC jedoch stabiler für kritische Infrastrukturen – von der Telekommunikation bis zur Energieversorgung und zur Raumfahrt.

Delegierte aus 69 Ländern unterstützten den Übergang zu selteneren und größeren Korrekturen. Wie wird sich dies langfristig auf die alltägliche Wahrnehmung der Zeit auswirken?

Die Änderung wird die gewohnten Uhren und Zeitzonen nicht berühren. Sie betrifft nur das Prinzip der Abstimmung zweier Systeme zur Zeitmessung auf internationaler Ebene.

6 Ansichten

Quellen

  • Scientists just voted to redefine how the world keeps time

Kommentare

Lesen Sie mehr Artikel zu diesem Thema:

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.