Ende August 2026 ereignete sich im Osten der Türkei, in der Provinz Ağrı, etwa 30 Kilometer südlich des Gipfels des Ararat, etwas, worauf man jahrzehntelang gewartet hatte. Das Team von Noah’s Ark Scans unter der Leitung von Andrew Jones startete erstmals eine Bohranlage auf der berühmten Durupinar-Formation – einem langgestreckten Hügel von etwa 157 Metern Länge, der aus der Vogelperspektive verblüffend an die Umrisse eines großen Schiffes erinnert.
Diese Formation ist seit Ende der 1940er Jahre bekannt. Nach starken Regenfällen und Erdbeben wurden ihre Konturen aus Schlamm und Steinen sichtbar. Der türkische Offizier İlhan Durupınar dokumentierte sie im Jahr 1959 auf Luftbildern, und seitdem ließ der Ort weder Forscher noch Pilger unberührt. Die Abmessungen kommen denen im Buch Genesis erstaunlich nahe: etwa dreihundert Ellen. Lokale Traditionen verbinden die Umgebung mit dem Ort, an dem der Legende nach die Arche zum Stillstand kam.
Die Jahre vergingen, doch die Fragen blieben. Viele Fachleute hielten den Hügel für eine gewöhnliche geologische Formation – das Ergebnis natürlicher Prozesse. Andere sahen darin eine mögliche Spur eines antiken Bauwerks. Bis vor kurzem stützten sich die Debatten hauptsächlich auf das äußere Erscheinungsbild und oberflächliche Beobachtungen.
Im Jahr 2026 änderte sich der Ansatz. Das Team erhielt offizielle Genehmigungen der türkischen Behörden und startete ein umfassendes Programm. Zuerst – eine detaillierte Kartierung mit Drohnen, die mit Lidar ausgestattet waren. Dann – Bodenradar, Elektrotomographie und das spezialisierte System BakhtarRadar, das von Dr. Khosrow Bakhtar eingesetzt wurde, einem Wissenschaftler mit langjähriger Erfahrung in Verteidigungsprojekten. Die Scans zeigten unterirdische Anomalien: Schichtungen, lineare Strukturen, Zonen ohne offensichtliche homogene Gesteinsmasse. In Bodenproben aus dem Inneren der Formation wurde ein erhöhter Gehalt an organischem Material im Vergleich zu den umliegenden Gebieten festgestellt.
Monate der Vorbereitung – Radarmessungen, geoelektrische Untersuchungen, die Entnahme von Hunderten von Bodenproben – führten zur nächsten Phase. In den letzten Augusttagen begann schließlich der Bohrer zu arbeiten. „Nach Monaten des Scannens, der ERT-Messungen, der Kartierung und der Probenahme hat das Team den nächsten großen Schritt gemacht: das Bohren“, berichteten die Forscher. „Es war ein langer Weg, und zu beobachten, wie sich der Bohrer zum ersten Mal drehte, war ein besonderer Moment. Jetzt werden wir sehen, was an die Oberfläche kommt.“
Die Bohrung ist als zerstörungsfrei geplant – mit einer Technologie, die es ermöglicht, durchgehende Kerne zu entnehmen und möglicherweise enge Kanäle für eine spezielle Untergrunddrohne zu schaffen. Ziel ist es, direkte physikalische Daten darüber zu erhalten, was unter den Erdschichten und Steinen verborgen ist. Die Ergebnisse sind noch unbekannt. Aber allein die Tatsache, dass die Forschung von Fernmethoden zum direkten Eindringen in die Tiefe übergegangen ist, verändert bereits den Charakter der Suche.
Die Durupinar-Formation bleibt weiterhin ein Rätsel. Offizielle Daten und vorläufige geophysikalische Beobachtungen liefern keine endgültige Antwort. Sie zeigen lediglich, dass sich unter der Oberfläche etwas befindet, das einer sorgfältigen Untersuchung bedarf. Was genau aus den ersten Bohrlöchern gefördert wird, wird sich in naher Zukunft zeigen. In der Zwischenzeit geht die Arbeit an den Hängen des Ararat weiter, die moderne Wissenschaft mit einer der ältesten und faszinierendsten Geschichten der Menschheit verbindet.



