Japanische Forscher programmieren Hautzellen teilweise um und verjüngen ihr biologisches Alter um dreißig Jahre

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Japanische Forscher programmieren Hautzellen teilweise um und verjüngen ihr biologisches Alter um dreißig Jahre-1

In einer Petrischale begannen die Hautzellen eines sechzigjährigen Spenders plötzlich, sich zu teilen und Kollagen zu synthetisieren, als wären sie erst etwa dreißig Jahre alt. Das japanische Team demonstrierte, dass eine kurzzeitige Exposition gegenüber Yamanaka-Faktoren in der Lage ist, die epigenetischen Markierungen, die das biologische Alter der Zellen bestimmen, umzukehren, ohne sie dabei in Stammzellen zu verwandeln.

Diese Beobachtung ist gerade jetzt von großer Bedeutung, da Dutzende von Laboren versuchen, die zelluläre Verjüngung aus dem Reagenzglas in die klinische Anwendung zu bringen. Sollte es gelingen, die Methode für den gesamten Organismus sicher zu gestalten, würde dies den Weg für eine lokale Verjüngung der Haut und möglicherweise auch anderer Gewebe ebnen – ohne das Risiko onkologischer Komplikationen, die eine vollständige Reprogrammierung bisher verhinderten.

Die Geschichte dieses Forschungsfeldes begann mit der Entdeckung von Shinya Yamanaka im Jahr 2006: Vier Transkriptionsfaktoren versetzten reife Zellen zurück in einen pluripotenten Zustand. Der vollständige Zyklus nahm Wochen in Anspruch und war mit einem hohen Tumorrisiko verbunden. Die japanischen Forscher verkürzten die Expositionszeit auf wenige Tage und implementierten eine präzise Zeitsteuerung, damit die Zellen ihre Gewebeidentität nicht verlieren.

Ein Vergleich mit anderen Ansätzen zeigt, dass es hier gelungen ist, das Hauptproblem zu umgehen: Eine vollständige Entdifferenzierung macht die Zelle „vergesslich“ und anfällig für unkontrolliertes Wachstum. Die teilweise Reprogrammierung hingegen bewahrt die Identität der Fibroblasten, während sie die epigenetische Uhr nach der Horvath-Methode um etwa drei Jahrzehnte zurückdreht. Die Daten wurden bisher in vitro bei einer begrenzten Anzahl von Spendern gewonnen, und die Übertragung auf einen lebenden Organismus bleibt eine offene Frage.

Stellen Sie sich ein altes Tonband vor, das vorsichtig um einige Minuten zurückgespult wird: Die Musik klingt klarer, aber das Band selbst verwandelt sich nicht in eine leere Spule. So verhält es sich auch hier: Epigenetische „Kratzer“ werden geglättet, während die Zelle weiterhin ihre gewohnte Arbeit in der Haut verrichtet.

Die wichtigste Lehre aus diesem Experiment liegt nicht im Versprechen ewiger Jugend, sondern in der Erkenntnis, dass Altern nicht nur eine Anhäufung von Schäden ist, sondern maßgeblich auf einer umkehrbaren Änderung der DNA-Ableseprogramme beruht. Die Zukunft wird zeigen, ob es gelingt, dasselbe Prinzip auf andere Gewebe anzuwenden, ohne deren spezialisierte Funktionen zu beeinträchtigen.

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Quellen

  • Aging reversed breakthrough — researchers in Japan ...

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