Belgrad, 7. September 2026. Die serbische Regierung hat sich offiziell an Präsident Aleksandar Vučić gewandt mit der Bitte, das Parlament aufzulösen und vorgezogene Wahlen anzusetzen. Dies gab Premierminister Đuro Macut in einer Fernsehansprache bekannt.
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund von fast zwei Jahren massiver Proteste, die nach dem Einsturz eines Vordachs am Bahnhof in Novi Sad im November 2024 begannen. Damals starben 16 Menschen, und die Tragödie löste die größte politische Krise seit Jahren der Herrschaft der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) aus.
Macut betonte, dass die Wahlen dazu beitragen würden, die Institutionen zu stärken und die Spannungen in der Gesellschaft zu verringern. „Wahlen waren nie ein Zeichen von Schwäche des Staates. Wahlen sind der Beweis für die unerschütterliche Stärke des demokratischen Serbien, das bedingungslos an sein Volk glaubt“, sagte er.
Laut Verfassung hat der Präsident 72 Stunden Zeit für eine Entscheidung. Vučić hatte zuvor erklärt, dass die Wahlen am 18 oder 25. Oktober stattfinden würden. Die SNS hatte ihn am Vortag als Kandidaten für das Amt des Premierministers nominiert, und er plant, vom Amt des Präsidenten zurückzutreten.
Die vorgezogenen Wahlen werden eine Antwort auf die Forderungen der Opposition und der Studentenbewegung sein, die seit über einem Jahr eine Abstimmung fordern. Wie wird sich dieser Schritt auf die politische Landschaft des Landes auswirken?
Die Regierung wird bis zur Bildung einer neuen Zusammensetzung weiterarbeiten. Es wird erwartet, dass der Wahlkampf zwischen 45 und 60 Tagen dauern wird, wie es das Gesetz vorschreibt.

