Der Sommer 2026 ging in Frankreich als der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1900 in die Geschichte ein. Die Durchschnittstemperatur von Juni bis August betrug 24 °C und übertraf den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2003 (23,1 °C).
Nach Angaben von Météo France erlebte das Land drei Hitzewellen. Die Gesamtdauer dieser Perioden erreichte 53 Tage – ein absoluter Rekord, doppelt so viel wie im Jahr 2022.
Die Ministerin für ökologischen Wandel, Monique Barbut, bestätigte: „Wir haben den heißesten Sommer seit Beginn der Messungen im Jahr 1900 erlebt.“ Sie betonte, dass die Frage nun sei, ob dieser Sommer als erster einer Reihe von Rekorden in Erinnerung bleiben werde oder als Wendepunkt für Anpassung und Emissionsreduzierung.
Die Hitze ging mit schwerer Dürre einher: Die Niederschlagsmenge lag 40 % unter dem Normalwert. Die Fläche der Waldbrände war Ende August sechsmal so groß wie der Durchschnitt der letzten 20 Jahre. Nach vorläufigen Daten von Santé publique France betrug die Übersterblichkeit etwa 7300 Menschen.
Die Klimaforscherin Françoise Vimeux vom IRD betonte das Ausmaß des Ereignisses: „Einen Rekord um fast 1 °C in einer Saison zu brechen, ist enorm. Normalerweise werden Rekorde um Zehntelgrade verbessert.“
Solche Bedingungen wurden durch eine Kombination aus anthropogenem Klimawandel und besonderen antizyklonalen atmosphärischen Prozessen ermöglicht. Experten weisen darauf hin, dass ein solcher Sommer ohne die globale Erwärmung praktisch unmöglich gewesen wäre.
Die Behörden versprechen, den nationalen Anpassungsplan an den Klimawandel zu beschleunigen, einschließlich Maßnahmen zum Schutz von Schulen, Wäldern und Infrastruktur. Viele Oppositionskräfte und NGOs kritisieren die Regierung jedoch für unzureichende Vorbereitung.

