Die US-Notenbank Federal Reserve hat nach ihrer Sitzung vom 28.–29. Juli den Leitzins unverändert gelassen – in einer Spanne von 3,5–3,75%. Die Entscheidung fiel mit neun zu drei Stimmen.
Drei regionale Fed-Präsidenten – Beth Hammack aus Cleveland, Neel Kashkari aus Minneapolis und Lorie Logan aus Dallas – stimmten für eine Anhebung um einen Viertelpunkt. Sie hatten zuvor signalisiert, bereit zu sein, die Politik zur Bekämpfung der hohen Inflation zu straffen.
Die Inflation in den USA liegt seit mehr als fünf Jahren über dem Zielwert von 2%. Die Entscheidung wurde von den Folgen des Konflikts im Iran, steigenden Energiepreisen, den Ausgaben der Technologieunternehmen für künstliche Intelligenz und den Zöllen der Trump-Administration beeinflusst.
Fed-Chef Kevin Warsh betonte auf einer Pressekonferenz das Engagement im Kampf gegen die Inflation. „Wir haben keinen Zauberstab“, sagte er. „Das ist nichts, was wir in Tagen oder Wochen erreichen können.“
Warsh sagte, er habe die lebhaften Debatten im Ausschuss begrüßt. „Ich habe um einen guten Familienstreit gebeten – und ich habe ihn bekommen“, scherzte er.
Das Symposium in Jackson Hole, das vom 27.–29. August stattfindet, bot eine Plattform zur Diskussion dieser Fragen. Mehrere Fed-Vertreter äußerten Bedenken, dass die derzeitige Politik die Inflation nicht ausreichend eindämme.
Der Präsident der Fed von Kansas City, Jeffrey Schmid, merkte an, dass der Zinssatz nicht die nötige Einschränkung biete. Der Chicagoer Chef Austan Goolsbee und Beth Hammack aus Cleveland warnten ebenfalls vor Risiken weiterer Preissteigerungen.
Die Märkte warten auf Warshs Rede am Freitag.
Während Ökonomen und Händler die Chancen auf eine Straffung der Politik bis zum Jahresende abwägen, beobachtet die Fed weiterhin die Daten. Die nächsten Entscheidungen hängen von der Inflationsdynamik und dem Wirtschaftswachstum ab.
