Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 2,5% angehoben. Das ist der höchste Stand seit mehr als einem Jahr.
Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund des wachsenden Inflationsdrucks, der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöst wurde. Der Konflikt begann nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Februar, was die weltweiten Energiepreise stark in die Höhe trieb.
In dieser Woche überstieg der Preis für ein Barrel Brent-Öl 100 Dollar. Die europäischen Erdgaspreise lagen mehr als doppelt so hoch wie vor dem Krieg.
„Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck“, erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf einer Pressekonferenz in Berlin.
Dies ist bereits die zweite Zinserhöhung seit Beginn des Konflikts. Die Zentralbank der Eurozone, die 21 Länder umfasst, bemüht sich, den Preisauftrieb zu dämpfen.
Die weltweiten Zentralbanken stehen derzeit unter Druck: Ähnliche Schritte erwägen die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of England und die Bank of Japan. An den Anleihemärkten herrscht wegen der wachsenden Defizite und Schulden Anspannung.
Wie wird sich diese Entscheidung in den kommenden Monaten auf die Wirtschaft der Eurozone auswirken?
Die nächsten Zinssitzungen der anderen großen Notenbanken finden bereits in der kommenden Woche statt.

