Das Video von Tolua Omitowoju hat in den sozialen Medien Hunderttausende Aufrufe erzielt.
Die Frau wurde heimlich mit einer Meta-KI-Brille gefilmt und das Video ohne ihre Zustimmung veröffentlicht, woraufhin der Clip schnell an Popularität gewann. Der Skandal verschärfte sich, als bekannt wurde, dass die Aufnahme-Kontrollleuchte praktisch verdeckt werden kann, sodass eine Person in der Nähe möglicherweise gar nicht merkt, dass sie gefilmt wird.
Freundinnen und Bekannte, mit denen sie schon lange nicht mehr gesprochen hatte, schickten ihr Links: „Bist du das?“ Das Video hatte sich bereits auf allen Plattformen verbreitet.
Omitowoju sagt, sie habe keinerlei Mitspracherecht gehabt. Andere Frauen wandten sich ebenfalls mit ähnlichen Geschichten an sie – die Videos wurden von anonymen Konten aus hochgeladen, und die Opfer wussten nicht einmal, wer sie gefilmt hatte.
Meta erklärt, dass die Brillen über Sicherheitsfunktionen verfügen. Wenn eine Aufnahme läuft, leuchtet eine LED-Anzeige auf. Wenn jemand versucht, diese abzudecken oder zu deaktivieren, sollte sich die Kamera automatisch ausschalten.
Die CBS News-Journalistin Anna Schecter hat dies in der Praxis überprüft. Sie klebte die Anzeige mit schwarzem Isolierband ab – und die Aufnahme lief ununterbrochen weiter.
Meta bestätigte nach dem Test: Beim Versuch, die Anzeige zu verdecken, sollte das System die Aufnahme stoppen und eine Warnung ausgeben. Das Unternehmen arbeitet weiter an der Verbesserung der Technologie.
In den meisten US-Bundesstaaten reicht für die Aufzeichnung eines Gesprächs die Zustimmung einer Partei aus – also nur die der Person, die filmt. Bei einem normalen Telefon kann man die Kamera noch bemerken und weggehen. Bei einer Brille gibt es diese Möglichkeit kaum.
Instagram hat kürzlich durch Adam Mosseri angekündigt, Inhalte zu entfernen, die Menschen ausnutzen oder belästigen. Aber das Problem bleibt: Wie soll man eine Aufnahme bemerken, wenn die Anzeige verdeckt werden kann?
