Amazonas atmet tief durch: Abholzung in Brasilien auf Zehnjahrestief

Autor: Tatyana Hurynovich

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Der brasilianische Amazonas zeigt die niedrigsten Entwaldungsraten der letzten zehn Jahre. Laut aktuellen Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung Brasiliens (INPE) ist die Fläche des abgeholzten Regenwaldes in der ersten Hälfte des Jahres 2026 um 38 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

Anstelle der 807 Quadratmeilen, die in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 verloren gingen, lag dieser Wert im Jahr 2026 bei etwa 500 Quadratmeilen. Dies markiert einen Wendepunkt in der Geschichte einer der wichtigsten Ökoregionen der Erde, die als globaler Klimastabilisator fungiert.

Politische Kehrtwende

Dieser ökologische Fortschritt ist eine direkte Folge einer radikalen Änderung des staatlichen Kurses. Während des Wahlkampfs hatte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, bekannt als „Lula“, den Kampf gegen die Zerstörung der Wälder zu einem seiner Hauptversprechen gemacht. Sein Vorgänger, Jair Bolsonaro, verfolgte eine Politik, die nach Ansicht von Umweltschützern die aggressive Landerschließung förderte und in den Vorjahren zu einem starken Anstieg der Abholzung geführt hatte.

Lulas Rückkehr an die Macht ging mit der Wiederaufnahme der Arbeit von Umweltschutzbehörden, strengeren Strafen für Verstöße und der Wiederaufnahme der internationalen Zusammenarbeit im Klimaschutz einher.

Die Stimme der Wissenschaft

Die Fachwelt nahm die neuen Zahlen als Bestätigung der Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen auf.

„Dies zeigt, dass der politische Wille, die Entwaldung zu bekämpfen, die Oberhand gewonnen hat“, sagte Ane Alencar, wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Amazonas-Umweltstudien (IPAM). Ihrer Meinung nach sind die aktuellen Daten ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass die Zerstörung der Wälder kein unvermeidlicher oder unumkehrbarer Prozess ist. „Ihre Reduzierung hängt direkt von den Entscheidungen ab, die die Gesellschaft und die Regierung treffen“, betonte die Expertin.

Wahlen als Härtetest

Erfolge in der Umweltpolitik werden nun zu einem wichtigen Faktor im bevorstehenden politischen Kampf. Lula hat offiziell erklärt, dass er bei den Wahlen im Oktober, wenn der Wahlzyklus in Brasilien wieder beginnt, für eine neue Amtszeit kandidieren wird. Für den amtierenden Präsidenten ist der Schutz des Amazonas nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch das Fundament seines politischen Erbes, das er an den Wahlurnen verteidigen will.

Fragiles Gleichgewicht

Trotz der ermutigenden Statistiken warnen Wissenschaftler, dass die erzielten Fortschritte anfällig bleiben. Der Kampf gegen illegale Abholzung, die Kontrolle der landwirtschaftlichen Expansion und der Schutz der Rechte indigener Völker erfordern ständige Wachsamkeit und Finanzierung. Jeder politische oder wirtschaftliche Krisenherd könnte die Errungenschaften schnell zunichtemachen.

Dennoch macht das heutige Ergebnis eines klar: Wenn staatliche Institutionen im Einklang mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Zivilgesellschaft arbeiten, sind massive Umweltprobleme lösbar. Der Amazonas hat eine Atempause bekommen, und nun ist es die Hauptaufgabe, diese Atempause in eine nachhaltige Norm zu verwandeln.

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Quellen

  • Brazil deforestation hits new low in Amazon

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