Die Muschel, die zur Harfe wurde: Wie noch nie gehörte Musik entsteht

Autor: Inna Horoshkina One

Eine Muschel, Saiten und Fantasie: Forest Harps eröffnet neue Klangfarben in der Welt der Musik.

Manchmal beginnt eine neue musikalische Welt mit einfacher Neugier: Wie würde das wohl klingen?

Eine Meeresmuschel, die Krümmung eines Horns, gespannte Saiten. Vor uns steht ein Gegenstand, für den sich nicht sofort ein vertrauter Name finden lässt. Doch kaum berührt man ihn, entsteht eine Stimme. Jetzt möchte man lauschen.

Im musikalischen Raum GAYA ONE erklingt heute Forest Harps – „Waldharfen“, ein neues Projekt von The Crow Hill Company, das ein ungewöhnliches handgefertigtes Instrument, alte Klangfarben und moderne Arbeitsweisen mit Klang verbindet.

Wenn eine Muschel zu Musik wird

Die Grundlage von Forest Harps bildet eine Harfe, die aus einem Elchhorn, einer Meeresmuschel, Tierrippen und Angelschnur zusammengesetzt ist. Ihren Klang hat das Team mit Aufnahmen von Psalterien – alten Saiteninstrumenten – verbunden. Ein Teil der Klänge wurde durch ein Leslie-Kabinett mit langsam rotierenden akustischen Elementen bearbeitet, die der Klangfarbe Bewegung verleihen.

Hier treffen verschiedene Materialien und Arten der Klangerzeugung aufeinander. Eine Saite schwingt, der Korpus antwortet, die Elektronik verändert das räumliche Empfinden. Der Musiker hört das Ergebnis und entscheidet, wohin es weitergehen soll.

So entsteht eine Klangfarbe, die es zu erkunden lohnt: ihre Nuancen zu entdecken, Kombinationen auszuprobieren und dem Klang Raum zur Fortsetzung zu lassen.

Vom einzelnen Gegenstand zu neuen Werken

Forest Harps ist als virtuelles Instrument erschienen: Die aufgenommenen Klänge stehen Musikern in einem Programm zur Musikproduktion zur Verfügung. Das Set umfasst einzelne Zupfklangfarben, Ensemblekombinationen und ausgedehnte Klangflächen.

So kann die ungewöhnliche Harfe ihre Geschichte in zahlreichen Kompositionen fortsetzen. Der eine Autor hört in ihr den Beginn einer kammermusikalischen Melodie, der andere einen Raum für die Stimme, der dritte eine Farbe für eine künftige Filmerzählung.

Der Gegenstand selbst bleibt einzigartig, doch die musikalischen Begegnungen mit seinem Klang können ganz unterschiedlich sein.

Die Möglichkeit hören

In dieser Geschichte freut besonders die Freiheit der Kreativität. Vertraute Materialien erweisen sich als Anfang unerwarteter Musik, weil jemand ihnen Aufmerksamkeit schenkte und sich zu experimentieren erlaubte.

Natur und Mensch wirken an einem Prozess mit: Die Eigenschaften des Materials treffen auf Berührung, Gehör und Vorstellungskraft. Jeder Beteiligte trägt seinen Teil zum gemeinsamen Klang bei.

Vielleicht erweitert sich genau so unsere planetarische Symphonie: Wir hören der Welt aufmerksamer zu, bemerken noch unerschlossene Möglichkeiten und geben ihnen eine musikalische Form.

Eine neue Stimme entsteht in der Begegnung – und lädt andere Stimmen ein, gemeinsam zu erklingen.

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