Es ist lange her, dass wir einen derart ehrlichen, kraftvollen und schlichtweg coolen Actionfilm auf der großen Leinwand erleben durften. The Master, auch bekannt als A Working Man, ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Actionstreifen; er markiert eine Rückkehr zu den goldenen Standards des Genres, in denen die Handlung kompromisslos der Action dient und jeder Schlag eine physische Wucht besitzt.
Auf dem Regiestuhl nimmt der unermüdliche David Ayer Platz, der sein Können bereits in Filmen wie Fury und The Beekeeper eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Das Herzstück des Films ist jedoch das Drehbuch, das von Sylvester Stallone persönlich verfasst wurde und auf der populären Buchreihe von Chuck Dixon über den ehemaligen Agenten Levon Cade basiert.
Diese Handschrift ist in jeder Szene spürbar. Hier schlägt genau jenes Herz, das uns einst für Rocky Balboa begeisterte: die Geschichte eines einfachen Arbeiters, in diesem Fall ein ehemaliger Spezialagent und heutiger Bauleiter, der sich nichts sehnlicher wünscht als ein ruhiges Leben und die Erziehung seiner Tochter. Doch als die Tochter seines Chefs entführt wird, ist Levon gezwungen, den Staub von seinen alten Fähigkeiten zu schütteln und sich einen blutigen Weg durch ein dunkles Verbrechersyndikat zu bahnen.
Warum dieser Film voll ins Schwarze trifft, liegt an seiner absoluten Dynamik und Brutalität. Der Film schämt sich keineswegs seiner Natur. Er ist kein intellektueller Thriller, der vorgibt, ein Actionfilm zu sein. Er ist ein Actionfilm, der stolz darauf ist, ein Actionfilm zu sein.
Die Kämpfe sind kurz und kompromisslos, die Verfolgungsjagden dynamisch und die Kriminellen herrlich exzentrisch. Levon selbst agiert mit jener beängstigenden Effizienz, die Filme mit Jason Statham zu einem eigenen Genre gemacht hat. Zudem gewinnt die Geschichte zunehmend an Wahnsinn. Was als intime Suche nach einem vermissten Mädchen beginnt, endet in einem tiefen Eintauchen in eine kriminelle Unterwelt voller eigener Regeln und skurriler Schurken. Langeweile kommt hier zu keiner Sekunde auf.
Dennoch hätten wir uns gewünscht, dass der Film um etwa zwanzig Minuten gekürzt worden wäre. Mit einer Laufzeit von 116 Minuten ist dies unser einziger ernsthafter Kritikpunkt. Einige Episoden in der zweiten Hälfte hätten gestrafft werden können, damit der Film noch atemloser wirkt. Wenn das Tempo erst einmal angezogen hat, ist das Werk schlichtweg großartig. Hätten die Macher fünfzehn bis zwanzig Minuten entfernt, wäre unsere Bewertung noch höher ausgefallen.
Vielleicht ist genau das das Gefühl, das nach dem Abspann bleibt. The Master erfindet das Genre nicht neu. Im Gegenteil, er bedient sich mit großer Freude an der Formel des klassischen Männer-Actionfilms und fragt sich: Warum etwas ändern, wenn es immer noch perfekt funktioniert? Der Film erinnert an alte Stallone-Klassiker, hat Anleihen bei John Wick, Taken und The Beekeeper, gepaart mit einer ordentlichen Portion Statham-Charisma. Er ist brutal, unerschütterlich und absolut überzeugend in der Rolle eines Mannes, den man besser in Ruhe gelassen hätte.
Stilistisch atmet der Film den Geist der 90er-Jahre-Action, jedoch mit einer modernen, geschliffenen Ästhetik. Es ist eine bodenständige, raue und stilvolle Geschichte, in der der Held keine pompösen Monologe hält, sondern seine Arbeit schweigend und meisterhaft verrichtet.
Unser Fazit fällt positiv aus: Ein heller, schlagkräftiger und emotionaler Ritt, der einen von der ersten bis zur letzten Minute in Atem hält. Unsere Bewertung liegt bei 8,9 von 10 Punkten. Wäre der Film etwas kürzer und ohne die leichten Tempodellen in der Mitte, wäre die Wertung noch höher ausgefallen. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf den zweiten Teil.
Gute Nachrichten für Fans: Der Erfolg des Films blieb nicht unbemerkt. The Master 2 ist bereits in Planung und für das Jahr 2026 unter dem Arbeitstitel Severance Pay vorgesehen. Die Geschichte von Levon Cade wird also eine logische und vermutlich noch härtere Fortsetzung finden. Wer Filme liebt, in denen der Held Probleme nicht mit Worten, sondern mit Taten löst, sollte sich The Master nicht entgehen lassen. Bereiten Sie sich auf eine geballte Ladung Adrenalin vor.
Stellen Sie sich Jason Statham in einem schmutzigen Bauhelm und Arbeitsjacke vor. In der einen Hand hält er sorgfältig gerollte Baupläne und einen Kaffee, mit der anderen schaltet er eiskalt einen Schurken im teuren Anzug aus, ohne einen Tropfen zu verschütten. Das ist Levon Cade: ruhig, professionell und ohne Raum für Fehler.



