Gleich zu Beginn möchten wir anmerken, dass unsere Bewertung 8,1/10! „The Gentlemen“ von Guy Ritchie: ein ironischer, stilvoller und makellos ausbalancierter Triumph.
Die Serie „The Gentlemen“ von Netflix ist einer dieser seltenen Fälle, in denen ein Spin-off nicht nur ein Eigenleben führt, sondern auch einen einzigartigen, unglaublich anziehenden Atem entwickelt und alle Erwartungen übertrifft.
Und gleich zu Beginn wollen wir alle Missverständnisse ausräumen: Verwechseln Sie diese Serie nicht mit dem gleichnamigen Film von Guy Ritchie aus dem Jahr 2019. Hier reduziert der Regisseur bewusst den Grad an Düsterkeit. Es ist ein viel leichterer, ironischer und wirklich komischer Gangster-Actionfilm, in dem Tode eher ein ärgerlicher Ausnahmefall als die Regel sind und in dem glänzende Wortspiele, Stile und Charaktere in den Vordergrund rücken.
Ein Stil, den man ab der ersten Note erkennt
Das ist die unverkennbare Handschrift von Guy Ritchie, aber in ihrer elegantesten und „sanftesten“ Ausprägung. Ja, die Serie nimmt nicht sofort Fahrt auf – wie so oft bei modernen Projekten packt einen der echte Sog erst gegen Mitte der zweiten Folge. Aber wie großzügig belohnt sie einen für diese Geduld! Bereits zur dritten Episode zeichnen sich hinter der Fassade leichter krimineller Auseinandersetzungen tiefgründige, fast schon shakespearesche Ideen über Macht, Erbe und moralische Entscheidungen ab. Drehbuch, Musik und Bildgestaltung sind hier zu einem makellosen Geflecht verwoben: Jede Szene ist präzise, jeder Dialog pointiert, und die Bilder triefen geradezu vor aristokratischem Glanz, gewürzt mit urbaner Frechheit.
Der größte Schatz der Serie – ihre Figuren
Im Zentrum der Geschichte steht Theo James in der Rolle von Eddie Horniman. Nach „The White Lotus“ hat er endgültig bewiesen, dass er nicht nur ein effektvoller Schönling vor der Kamera sein kann. Sein Eddie ist zugleich Aristokrat, Pragmatiker, anständiger Mensch und jemand, dem das kriminelle Geschäft allzu gut gelingt.
An seiner Seite die großartige Kaya Scodelario – Susie Glass, eine kluge, kühle und unglaublich selbstbewusste Frau, die die Regeln dieser Welt bestens kennt.
Und ein besonderes Vergnügen ist Eddies Bruder, Freddy, gespielt von Daniel Ings. Gerade die Beziehung der beiden Brüder beschert der Serie eine Unmenge der komischsten, nervösesten und zugleich menschlichsten Szenen.
Aber überhaupt hat Guy Ritchie praktisch keine Nebenfiguren. Selbst wer nur kurz auftaucht, bekommt gewöhnlich einen Charakter, eine Eigenheit, eine Schwäche oder eine eigene kleine Philosophie.
Und natürlich darf man nicht unerwähnt lassen Vinnie Jones und Ray Winstone – Menschen, bei denen es scheint, als müssten sie nur ins Bild treten, damit der Zuschauer sofort versteht: Jetzt wird es interessant.
Helden, in die man sich verliebt
Guy Ritchie war schon immer dafür bekannt, seine Figuren vielschichtig zu gestalten, und hier übertrifft er sich selbst. Die Hauptwette wird auf die zentralen Helden gesetzt, insbesondere auf die dynamische, sprühende Chemie der beiden Brüder, um die sich dieser Wirbelwind von Ereignissen dreht. Aber auch die Nebenfiguren sind hier nicht bloß „Statisten“ – jeder von ihnen hat sein eigenes Gewicht, Charisma und verborgene Motive. Langeweile wird Ihnen schlicht erspart bleiben.
Finale der ersten Staffel und Blick in die Zukunft
Die letzten beiden Folgen der ersten Staffel sind ein wahres Meisterklasse im Aufbau von Spannung: dynamisch, actionreich und bis zum Abspann in eisernem Griff haltend. Sie führen uns perfekt zu dem hin, was uns buchstäblich in zwei Tagen erwartet!
Zweite Staffel: schon am 3. September 2026!
Die Spannung ist zum Zerreißen: Die Premiere der zweiten Staffel auf Netflix findet schon in zwei Tagen statt, am 3. September 2026. Uns erwartet eine massive Ausweitung der kriminellen Gefilde, und die Einsätze vervielfachen sich. Die Helden werden mit einer neuen, viel gefährlicheren und raffinierteren Bedrohung konfrontiert – der italienischen Mafia, die nicht gewillt ist, ihre Positionen aufzugeben. Wie es im offiziellen Teaser heißt: „Ambitionen kann man nicht zähmen.“ Die Figuren müssen entscheiden: sich den alten Regeln unterwerfen oder ihre eigenen schreiben und dafür einen hohen Preis zahlen.
Fazit
Eine großartige, spannende und verdammt charmante Serie. Guy Ritchie beweist, dass er seinem unverwechselbaren Stil treu bleiben kann, während er die Geschichte leichter und zugänglicher macht – aber keineswegs oberflächlich. Das ist genau das Qualitätsniveau, das größte Aufmerksamkeit verdient. Also verpassen Sie nicht die Premiere der zweiten Staffel in zwei Tagen – die Gentlemen kehren zurück, und sie haben vor, alles zu nehmen!
Gayas Bewertung – 8,1/10.
Eine sehr gute, stilvolle, witzige und unerwartet kluge Serie. Guy Ritchie hat seinen unverwechselbaren Stil beibehalten, ihn aber etwas weicher und leichter gemacht – so, dass „The Gentlemen“ auch denen hervorragend gefällt, die normalerweise keine schweren Kriminalgeschichten mögen.
Und vor allem: Langeweile ist hier praktisch unmöglich.
Die zweite Staffel – schon am 3. September auf Netflix. Also ist es höchste Zeit, die erste anzuschauen oder erneut anzusehen.




