In Italien bereitet man derzeit die Eröffnung des ersten Meeresreservats für Delfine in Europa vor, die aus Ozeanarien in den „Ruhestand“ treten – ein Projekt zur Rehabilitation und zur potenziellen Rückkehr in die freie Wildbahn.
12. November 2025 – offizielle Einweihung
Voraussichtlich Mai bis Juni 2026 – Eintreffen der ersten Delfine
San Paolo Dolphin Refuge
Gelegen im Golf von Tarent (Region Apulien, Süditalien)
In der Nähe der Insel San Paolo (der kleinsten des Cheradi-Archipels)
Geschützte Meereszone mit einer Fläche von 7 Hektar
Carmelo Fanizza, der Gründer von Jonian Dolphin Conservation, bezeichnet dies als ein „experimentelles Modell, das europaweit Schule machen könnte“. Da in Frankreich, Kanada und weiteren Ländern immer mehr Delfinarien schließen, steigt der Bedarf an derartigen Zufluchtsorten stetig an. In der Tat existieren bereits vergleichbare Projekte.
Aegean Marine Life Sanctuary (Griechenland)
- Standort: Insel Lipsi, Ägäisches Meer
- Status: Weltweit erstes permanentes Küstenreservat für Delfine aus der Gefangenschaft
- Ziel: Schaffung eines Zufluchtsortes für Delfine, die nicht in die freie Wildbahn entlassen werden können, aber naturnahe Bedingungen benötigen
- Besonderheiten: Das Projekt wird unter Beteiligung der internationalen Organisation SEAS und der lokalen Expertin Anastasia Miliu entwickelt; es gilt als Prototyp für künftige Schutzgebiete.
Umah Lumba Rehabilitation Center (Bali, Indonesien)
- Standort: Banyuwedang-Bucht, West-Bali
- Status: Bereits in Betrieb (eröffnet 2019–2020)
- Ziel: Rehabilitation, Vorbereitung auf die Auswilderung und lebenslange Betreuung von Delfinen, die aus Hotels und Vergnügungsparks beschlagnahmt wurden
- Aktuelle Bewohner: Drei Delfine – Rocky, Rambo und Johnny – die aus dem Melka-Hotel gerettet wurden
- Organisation: Dolphin Project unter der Leitung von Ric O’Barry, einem Pionier der Delfin-Rehabilitation
Whale Sanctuary Project (Nova Scotia, Kanada)
- Standort: Küste von Nova Scotia
- Status: Baubeginn im Februar 2026, erste Bewohner werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet
- Zielarten: Schwertwale und Weißwale im „Ruhestand“ nach ihrem Einsatz in Ozeanarien
- Besonderer Kontext: Frankreich betrachtet dieses Projekt als die ethischste Option für die Unterbringung der Orcas Wikie und Keijo aus dem schließenden Marineland Antibes
- Organisation: Gemeinnützige Initiative mit Fokus auf lebenslanger Fürsorge statt Unterhaltungsfunktion




