Iyinoluwa Aboyeji: Wie ein 23-jähriger Yoruba-Ingenieur Zuckerberg-Investitionen anlockte und zwei Milliardenunternehmen schuf

Autor: Svitlana Velhush

Wann wird die Elite Afrikas erwachsen? | Iyinoluwa Aboyeji | TEDxEuston

In Nigeria, wo jeder zweite junge Mensch versucht, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen, galt ein Ingenieur aus dem Volk der Yoruba bereits mit 23 Jahren als Millionär. Iyinoluwa Aboyeji verdiente dabei nicht nur sein erstes nennenswertes Kapital – er weckte das Interesse von Mark Zuckerberg höchstpersönlich und schuf zwei Unternehmen mit einer Bewertung von jeweils über einer Milliarde Dollar.

Das 2014 gegründete Unternehmen Andela widmete sich einem simplen, aber gravierenden Problem: dem fehlenden Zugang afrikanischer Programmierer zum Weltmarkt. Die Firma bildete Talente aus und vermittelte sie für die Fernarbeit an US-amerikanische und europäische Betriebe. Bereits nach wenigen Jahren investierte die Chan-Zuckerberg Initiative – die Stiftung des Facebook-Gründers selbst – in das Projekt.

Im Jahr 2016 startete Aboyeji mit Flutterwave ein Zahlungssystem, das die afrikanische Wirtschaft mit dem Rest der Welt verknüpfte. Die Plattform verarbeitete Transaktionen in Milliardenhöhe und vereinfachte Überweisungen dort, wo das klassische Bankwesen oft zu langsam und zu kostspielig war. Beide Unternehmen stiegen rasch zu sogenannten Einhörnern auf, und ihr Gründer wurde zu einem der jüngsten Milliardäre des afrikanischen Kontinents.

Der Schlüssel zum Erfolg lag nicht in einer genialen Idee, sondern in der Fähigkeit, das richtige Team zusammenzustellen. Aboyeji betonte immer wieder: Ein Milliarden-Unternehmen bestehe lediglich aus einer Handvoll Menschen, von denen jeder ein Zehn-Millionen-Geschäft allein hätte aufbauen können, die sich aber stattdessen für den Zusammenschluss entschieden haben. Zuckerbergs Kapital floss nicht aufgrund ansprechender Präsentationen, sondern wegen der erwiesenen Kompetenz, Lösungen für lokale Probleme auf den gesamten Kontinent zu skalieren.

Hier zeigt sich ein interessantes ökonomisches Muster: Globales Kapital sucht gezielt nach Märkten, die zweistellige Wachstumsraten versprechen. Afrika wurde mit seiner jungen Bevölkerung und der zunehmenden Verbreitung von Smartphones zum idealen Zielgebiet. Aboyeji wartete nicht darauf, dass die Infrastruktur zum Westen aufschloss – er schuf sie selbst und verwandelte bestehende Hürden in einen Wettbewerbsvorteil.

Seine Einstellung zum Wohlstand ist ebenso simpel wie kompromisslos. Zwei mittellose Menschen können einander nicht helfen – man muss erst selbst an Kompetenzen und Beziehungen „reich“ werden, um später andere mitzuziehen. Das ist kein Egoismus, sondern das Gesetz des Zinseszinses in zwischenmenschlichen Beziehungen: Früher Erfolg zieht Ressourcen an, die sich in der Folge exponentiell vermehren.

Heute leitet Aboyeji die Risikokapitalgesellschaft Future Africa und investiert damit in die nächste Generation von Start-ups. Sein Werdegang verdeutlicht, dass Geld kein Selbstzweck ist, sondern ein Werkzeug, das erst dann seine volle Wirkung entfaltet, wenn man die Probleme einer unzählbaren Menge von Menschen löst.

Die wichtigste Lektion für jeden, der über den Aufbau von Eigenkapital nachdenkt: Suchen Sie nicht nach der „einzigartigen Idee“ – suchen Sie nach einem Problem, das sich durch Teamarbeit und Technologie beheben lässt, und skalieren Sie dies auf den gesamten verfügbaren Markt. Alles andere, einschließlich der Aufmerksamkeit eines Mark Zuckerbergs, wird sich dann von selbst ergeben.

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Quellen

  • Business Daily Meets

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