Bitcoin verharrt bei 64.000 US-Dollar: Geopolitik in der Straße von Hormus diktiert die Marktregeln

Bearbeitet von: Alex Khohlov

Bitcoin scheint wie an einem unsichtbaren Faden mit jener Meerenge verbunden zu sein, durch die ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert wird: Der Kurs hält sich bei rund 64.200 US-Dollar, nachdem er in der Vorwoche bereits unter die Marke von 63.000 US-Dollar gerutscht war. Geopolitische Signale aus Teheran und Washington lassen den Markt derzeit in Unentschlossenheit verharren.

In der Schweiz haben Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran begonnen. Gleichzeitig droht der Iran erneut mit der Sperrung der Straße von Hormus – jener Route, deren vorübergehende Öffnung erst vor einer Woche die Ölpreise um fast 9 % einbrechen ließ. Der Markt sieht sich nun mit denselben Unsicherheiten konfrontiert, die sich eigentlich schon aufzulösen schienen.

Infolgedessen verzeichneten Bitcoin und andere führende Kryptowährungen eine Woche nahezu ohne Bewegung. Ethereum legte um 3,3 % zu, Solana gewann etwas mehr an Boden, während Dogecoin zurückblieb. Die wichtigste digitale Kryptowährung verharrt somit in jener Spanne, in der sie bereits den Großteil des Monats verbracht hat: Sie wartet auf externe Ereignisse, auf die sie selbst keinen Einfluss hat.

Eine Schließung der Meerenge würde den Ölpreis erneut in die Höhe treiben und aller Voraussicht nach auch risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin mit nach oben ziehen. Ein dauerhafter Waffenstillstand hingegen würde den Druck mindern und den Weg für Kursgewinne ebnen. Vorerst handeln Trader weniger die Coins selbst als vielmehr die Wahrscheinlichkeit des einen oder anderen Szenarios.

Für den Privatanleger sind dies keineswegs abstrakte Neuigkeiten. In Kryptowährungen investiertes Kapital ist plötzlich zur Geisel von Entscheidungen geworden, die Tausende von Kilometern entfernt getroffen werden. Ein Portfolio, das gestern noch als „digitales Gold“ galt, verhält sich heute wie ein gewöhnliches Risiko-Asset, das empfindlich auf Ölversorgung und diplomatische Schachzüge reagiert.

Ein altes Sprichwort aus dem Nahen Osten besagt: „Wer den Schlüssel zum Fluss hält, hält auch die Ernte.“ In der modernen Welt fungieren sowohl Meerengen als auch digitale Vermögenswerte gleichzeitig als ein solcher Schlüssel.

Solange die Lage in der Straße von Hormus ungewiss bleibt, wird der Bitcoin-Kurs weniger den Glauben an die Technologie widerspiegeln als vielmehr die Sorge vor der Instabilität traditioneller Märkte.

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Quellen

  • Bitcoin holds near $64,000 as a renewed Hormuz threat clouds US-Iran ceasefire talks

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