OpenAI-CEO Sam Altman hat erklärt, dass der Moment, in dem künstliche Intelligenz die menschliche übertrifft, bereits eingetreten ist.
In der Sendung Good Morning America First Look am 27. Juli 2026 berichtete die Reporterin Sophie Frau über seine Worte. Altman nannte dies den Punkt der Singularität – einen Wendepunkt, an dem KI so schnell zu wachsen beginnt, dass sie die Art und Weise, wie Menschen arbeiten und leben, verändert.
„Wir befinden uns jetzt sozusagen in der Singularität, das ist dieser Moment“, zitierte Altman in dem Bericht. Noch vor zehn Jahren schien so etwas ein ferner und unwahrscheinlicher Traum zu sein.
Die Erklärung erfolgte kurz vor Altmans Besuch im Weißen Haus. Dort plant er, das neueste Modell von OpenAI vorzustellen und Fragen zu seiner Anwendung und Regulierung zu erörtern.
Singularität bedeutet in diesem Zusammenhang der Punkt, an dem KI die menschliche Intelligenz übertrifft. Hollywood hat solche Szenarien jahrzehntelang in Filmen dargestellt, aber jetzt ist das Gespräch in die reale Politik und Wirtschaft übergegangen.
In einem Interview mit dem Podcast Relentless (veröffentlicht Ende Juli 2026) und in dem begleitenden Essay „The Gentle Singularity“ legte Sam Altman einige äußerst interessante und wichtige Thesen dar, was das Eintreten der Singularität genau bedeutet und was als Nächstes zu erwarten ist:
1. „Wir diskutieren das jetzt ernsthaft am Abendbrottisch“
Altman gab zu, dass die Konzeption der Singularität vor 10 Jahren für ihn und seine Kollegen ein ferner und unwahrscheinlicher Traum schien, den sie „auf eine unseriöse Weise am Abendbrottisch“ diskutierten. Jetzt erklärte er: „Wir befinden uns jetzt, könnte man sagen, in der Singularität. Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, und ich denke, es wird unglaublich, enorm positiv (hugely positive) und großartig für die Welt sein.“
2. Klarer Zeitplan für KI-Fähigkeiten
Er skizzierte konkrete Meilensteine der Entwicklung, die bereits stattfinden oder in den kommenden Jahren stattfinden werden:
- 2025: Erscheinen von KI-Agenten, die echte kognitive Arbeit leisten können (z. B. wird das Schreiben von Code nie wieder dasselbe sein).
- 2026: Erscheinen von Systemen, die selbstständig neue wissenschaftliche Erkenntnisse finden und Entdeckungen machen können.
- 2027: Erscheinen von Robotern, die komplexe physische Aufgaben in der realen Welt ausführen können
3. „Larvenstadium“ der rekursiven Selbstverbesserung
Der faszinierendste technische Aspekt: Altman bemerkte, dass fortschrittliche KI nun zur Beschleunigung der KI-Forschung selbst eingesetzt werden kann. „Wenn wir ein Jahrzehnt Forschung in einem Jahr oder einem Monat durchführen können, wird das Tempo des Fortschritts offensichtlich ein völlig anderes sein.“ Er nannte dies eine „Larvenversion der rekursiven Selbstverbesserung“ (wenn KI dazu beiträgt, noch intelligentere KI zu schaffen).
4. Kritik an den „Katastrophenapologeten“ (Doomers)
Altman kritisierte scharf andere führende Persönlichkeiten der KI-Industrie, die ständig beängstigende Zukunftsszenarien zeichnen und aufgrund von Risiken strenge Beschränkungen fordern (dies wird als direkter Schlag gegen den CEO von Anthropic, Dario Amodei, verstanden). Altman erklärte: „Ich denke auch, dass einige alternative Visionen, die von anderen Unternehmen gezeichnet werden, ziemlich erschreckend sind. Ich werde mein Möglichstes tun, um dem entgegenzuwirken und zu verhindern, dass dies Realität wird.“
5. Konzept der „Sanften Singularität“ (The Gentle Singularity)
Im Gegensatz zu Hollywood-Szenarien wie „Terminator“ behauptet Altman, dass sich das Leben während der Singularität in der Praxis „beeindruckend, aber beherrschbar“ anfühlen wird. „Aus relativistischer Sicht geschieht die Singularität Bit für Bit, und die Verschmelzung geschieht langsam. Wir steigen einen langen Bogen des exponentiellen technologischen Fortschritts hinauf; wenn wir nach vorne schauen, erscheint er immer vertikal, und wenn wir zurückblicken, flach, aber es ist eine einzige glatte Kurve.“
6. Zwei Hauptbedingungen für eine positive Zukunft
Ihm zufolge muss die Menschheit zwei Aufgaben lösen, um negative Szenarien zu vermeiden:
- Das Ausrichtungs-Problem (Alignment): Sicherstellen, dass KI im Einklang mit unseren langfristigen kollektiven Interessen handelt (im Gegensatz zu Social-Media-Algorithmen, die unsere kurzfristigen Schwächen ausnutzen).
- Zugänglichkeit: Superintelligenz billig und breit verfügbar machen und verhindern, dass sie in den Händen einer einzelnen Person, eines Unternehmens oder eines Landes konzentriert wird
7. Überfluss als neue Realität
Altman betonte, dass in den 2030er Jahren „Intelligenz und Energie – Ideen und die Fähigkeit, sie in die Tat umzusetzen – wild im Überfluss vorhanden sein werden“. Da diese beiden Faktoren jahrhundertelang den menschlichen Fortschritt begrenzt haben, könnte ihr Überfluss (bei guter Verwaltung) uns theoretisch „alles“ ermöglichen – von Durchbrüchen in der Hochenergiephysik bis zur Schaffung von „Brain-Computer“-Schnittstellen.
Zusammenfassung: Altman stellte nicht nur die Tatsache des Eintretens der Singularität fest, sondern versuchte auch, den Begriff von seinem Sci-Fi- und apokalyptischen Nimbus zu befreien, indem er ihn als eine kontrollierte, wenn auch extrem schnelle, Phase exponentiellen Wachstums darstellte, die OpenAI kontrollieren und für alle zugänglich machen will.

