Donald Trump beschäftigt sich wieder mit Geografie.
Am 2. September 2026 schrieb der US-Präsident auf Truth Social, dass, da die Straße von Hormus seiner Meinung nach nun „unter der Kontrolle der USA“ stehe, man sie vielleicht in Trump Strait – „Trump-Straße“.
Und fügte hinzu, sie werde „heißer als je zuvor“.
TRUMP STRAIT – „Trump-Straße“.
Ja. Genau so.
Nicht „Straße der Freiheit“.
Nicht „Amerikanische Straße“.
Gleich Trump.
Damit ja niemand verwirrt ist, wessen Meerenge das nach Meinung des Präsidenten ist.
Trump schrieb:
„Jetzt, da sie unter der Kontrolle der USA ist, sollte man den Namen Hormusstraße in TRUMP STRAIT ändern???“
Und fügte hinzu, die neue Meerenge werde „heißer als je zuvor“.
Angesichts des Krieges um Hormus und der steigenden Ölpreise ist der geografische Witz etwas wörtlich ausgefallen.
Die Meerenge selbst würde derweil wahrscheinlich einfach gerne die Hormusstraße bleiben.
Trump hat bereits eine Sammlung
Das Schönste daran ist, dass dies bei Weitem nicht die erste derartige Geschichte ist.
Im Jahr 2025 benannte die Trump-Administration den Golf von Mexiko in Gulf of America um, zur Nutzung durch amerikanische Bundesbehörden.
Im August 2026 war der Ontariosee an der Reihe. Der Ontariosee.
Trump unterzeichnete eine Anordnung:
Lake Ontario → Lake America.
Kanada sah sich das an und antwortete im Wesentlichen:
„Nein“.
Aber Google und Apple haben bereits begonnen, amerikanischen Nutzern den neuen Namen anzuzeigen.
Das geografische Rebranding ist also in vollem Gange.
Zuerst der Golf.
Dann der See.
Jetzt die Meerenge.
Die Ozeane sind womöglich schon nervös.
Und die „Trump-Straße“ entstand nicht aus dem Nichts.
Bereits am 18. August postete Trump eine Karte der Straße von Hormus, auf der das Gebiet umrandet und beschriftet war:
NEW U.S. Territory.
Die Karte wurde anschließend auch vom offiziellen Konto des Weißen Hauses veröffentlicht.
Die Idee entwickelt sich also konsequent weiter.
Zuerst:
„Das gehört jetzt uns.“
Zwei Wochen später:
„Und warum nicht nach mir benennen?“
Der Geschäftsplan ist klar.
Nur gibt es ein kleines geografisches Problem:
Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Iran und Oman.
Amerika liegt geografisch etwas weiter entfernt.
Daher ist die Behauptung der „US-Kontrolle“ eine politische Aussage Trumps und keine international anerkannte Übertragung des Territoriums unter amerikanische Souveränität.
Und der Rest der Welt ist keineswegs verpflichtet, die Karten zu ändern.
Bei Lake America war es bereits genau so: Die USA können den einen Namen schreiben, Kanada einen anderen.
Wenn die Idee mit der Meerenge weitergeht, könnte auf verschiedenen Karten durchaus erscheinen:
Strait of Hormuz
und daneben
Trump Strait
je nachdem, wo Sie Google Maps geöffnet haben.
Und der Witz ist eigentlich teuer
Hinter dieser geografischen Komödie verbirgt sich eine äußerst ernste Sache.
Vor dem Krieg floss durch die Straße von Hormus etwa 20% des weltweiten Ölflusses. Jede Bedrohung der Schifffahrt dort wirkt sich sofort auf den Ölpreis aus.
Nach der erneuten Verschärfung am 1. September sind die Preise wieder gestiegen.
Während das Internet also diskutiert, ob auf der Karte Trump Straitstehen wird, blicken die Ölhändler auf dieselbe Meerenge ganz ohne Lächeln.
Was wird als Nächstes passieren?
Vorerst ist das genau Trumps Vorschlag, keine offizielle internationale Umbenennung.
Aber nach der Geschichte mit dem Lake America sollte man es wohl auch nicht völlig als Scherz abtun.
Denn die derzeitige amerikanische Geografie hat einen ziemlich klaren Algorithmus:
Wir sehen ein Gewässer → erfinden einen neuen Namen → schauen, wer sich empört.
Und wenn das so weitergeht, muss der Globus bald mit Software-Updates herausgebracht werden. 😄



