Der neue „Spider-Man“ wurde, wie das bei großen Superheldenfilmen oft der Fall ist, bereits „bis zum Gehtnichtmehr“ in die Länge gezogen :) Irgendwann fängt man sogar an zu denken, dass die Macher sich zu sehr vom Ausmaß der Geschichte haben mitreißen lassen. Dennoch ist der Film nicht nur gut geworden, sondern wirklich sehr würdig.

Bevor wir uns dem Kern widmen, muss man den phänomenalen Erfolg des Films erwähnen. Nach seinem offiziellen Kinostart am 31. Juli 2026 vollbrachte „Spider-Man: Ein neuer Tag“ (Spider-Man: Brand New Day) das Unmögliche. Am ersten Wochenende stellte er mit 360 Mio. USD einen historischen US-Kassenschlager-Rekord auf und verdrängte damit rüde den legendären Start von „Avengers: Endgame“. Die weltweiten Einnahmen am Eröffnungswochenende schossen auf kolossale 932 Mio. USD hoch und zeigten damit den zweitbesten Start in der Geschichte der Filmindustrie. Die Zahlen sind beeindruckend, aber sie sind nur ein blasser Schatten des emotionalen Sturms, der sich auf der Leinwand entfaltet.
Besonders gegen Ende entfaltet sich der Film. Da taucht der leichte Humor auf, für den wir Spider-Man lieben, die Story-Idee wird viel interessanter und hinter der schönen Superhelden-Hülle verbirgt sich ein ziemlich tiefer Sinn. Wir werden nicht spoilern, aber die Geschichte handelt nicht nur davon, die Welt zu retten. Sie handelt vor allem von Einsamkeit, Erwachsenwerden, Verantwortung und davon, wie schwer es ist, weiterhin Gutes zu tun, wenn niemand weiß, wer man wirklich ist.
Nach den Ereignissen des vorherigen Teils ist Peter Parker völlig allein. Seine Lieben erinnern sich nicht an ihn, sein gewohntes Leben ist zerstört, und er selbst existiert nun wie in zwei verschiedenen Welten: als unscheinbarer Kerl für alle und als Spider-Man, von dem ständig neue Heldentaten erwartet werden.
Tom Holland ist hier schon lange nicht mehr der fröhliche Schüler, den wir vor vielen Jahren gesehen haben. Sein Peter ist erwachsener, ernster und tiefgründiger geworden. Der gute Wille und der Humor leben zwar noch in ihm, aber hinter jedem Lächeln spürt man nun die erlebten Schmerzen.
In dem Film spielen auch Zendaya, Sadie Sink, Jacob Batalon, Mark Ruffalo, Jon Bernthal, Tramell Tillman und Michael Mando. Regie führte Destin Daniel Cretton. (Marvel)
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Spezialeffekte. Sie sind hier nicht nur schick, sondern wirklich ungewöhnlich. Wieder werden wir nicht spoilern, nur so viel: Sie sind auf dem Niveau der damaligen „Matrix“. Einige Szenen sehen so aus, als hätten die Macher beschlossen, die gewohnte visuelle Ästhetik von Spider-Man-Filmen komplett zu überdenken. Die Action ist hell, groß angelegt und erfinderisch, aber sie hat die emotionale Komponente der Geschichte nicht überschattet.
Ja, der Film hätte etwas kürzer sein können. Aber insgesamt ist er eine großartige, gefühlvolle und sinnvolle Fortsetzung – mit gutem Humor, unerwarteten Handlungsentscheidungen und beeindruckenden Spezialeffekten.
Gaya-Bewertung – 8,8/10.



