Am 13 September Rockaway Beach geschah in New York das, was die zeitgenössische Kunst schon lange gebraucht hatte: Professionelle Künstler kamen an den Strand, erhielten Sand — und begannen herauszufinden, wer von ihnen würdig war der goldenen Schaufel.
Ja, einer echten.
Der Wettbewerb Creative Time Sandcastle Competition kehrte nach einer langen Pause zurück und verwandelte den Strand für einige Stunden in eine riesige Kunstfläche.
Statt Leinwände — Sand.
Statt Ateliers — die Küste des Ozeans.
Und statt einer pathetischen Statuette — Golden Shovel, eine goldene Schaufel.
Und das ist schon auf der Ebene der Formulierung großartig.
Der Künstler:
— Ich habe viele Jahre lang die Form, den Raum, die Zerbrechlichkeit der Materie und die Natur der menschlichen Existenz erforscht.
Die Jury:
— Ausgezeichnet. Hier hast du eine Schaufel.
Die Teilnehmer schufen aus Sand vollwertige Kunstobjekte direkt vor den Augen des Publikums.
Jemand baute komplexe Konstruktionen.
Jemand fertigte Skulpturen an.
Jemand blickte vermutlich sehr ernst auf ein Häufchen Sand und erklärte, dass es die Krise der modernen Identität symbolisiere.
Und dann kam eine Welle.
Und führte rasch ihre eigene Kunstkritik durch.
Das Schönste hier ist der Hauptpreis.
Keine Kristallfiguren.
Keine Bronzestatuetten.
Wer es am besten aus Sand gemacht hat — bekommt eine goldene Schaufel.
Die Logik ist makellos.
Dies ist möglicherweise der erste Kunstpreis, den der Gewinner auf Wunsch am nächsten Tag bestimmungsgemäß verwenden kann.
Und überhaupt wirkt der Wettbewerb wie ein seltener Fall, in dem die zeitgenössische Kunst selbst einem Menschen maximal verständlich wird, der sonst vor einer Installation steht und denkt:
„Und ist das schon ein Werk oder hat man es noch nicht weggeräumt?“
Hier ist alles einfach:
es gibt Sand,
es gibt einen Künstler,
es gibt eine Schaufel.
Und wenn es besonders gut gelungen ist —
wird die Schaufel golden. 😄



