Sberbank bereitet Krypto-Infrastruktur bis Dezember vor: Regulierung ändert die Spielregeln

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Die größte Bank des Landes, die es gewohnt ist, Rubelströme zu kontrollieren, will nun auch Bitcoin-Ströme unter ihre Kontrolle bringen. Sberbank plant, bis zum 1. Dezember 2026 eine Infrastruktur für den Handel mit Kryptowährungen und ein digitales Depot einzurichten. Dies ist kein bloßer technischer Schritt – es ist ein Signal dafür, dass der Staat endgültig beschlossen hat, den Schattenmarkt in offizielle Bahnen zu lenken.

Das neue Gesetz „Über digitale Währungen und digitale Rechte“, das am 21. Juli 2026 von der Staatsduma verabschiedet wurde, schafft diese rechtliche Grundlage. Die wichtigsten Bestimmungen treten am 1. September 2026 in Kraft und ermöglichen den Handel, die Speicherung und die Abwicklung über lizenzierte Vermittler. Ab dem 1. Juli 2027 müssen alle Transaktionen mit Kryptowährungen nur noch über regulierte Organisationen und Banken abgewickelt werden. Sberbank zeigt bereits seine Bereitschaft: Seit 2025 bietet sie qualifizierten Anlegern strukturierte Anleihen und digitale Finanzanlagen an, die an Bitcoin und Ether gekoppelt sind, und im Dezember 2025 schloss sie ein Pilotprojekt zur Kreditvergabe gegen Kryptowährungs-Sicherheiten für das Mining-Unternehmen Intelion Data ab. Nun baut die Bank ein vollwertiges Depot auf, das die Eigentumsrechte hauptsächlich außerhalb der Blockchain festhalten wird, aber gleichzeitig aktive Wallets für Ein- und Auszahlungen unterhält.

Die Beschränkungen für die Eröffnung des Handels sind streng und darauf ausgelegt, nicht qualifizierte Anleger zu schützen. Der öffentliche Handel wird nur für Kryptowährungen mit enormer Liquidität geöffnet sein: Die durchschnittliche Marktkapitalisierung muss im Durchschnitt über zwei Kalenderjahre 5 Billionen Rubel übersteigen und das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen mehr als eine Billion Rubel betragen. Das bedeutet de facto, dass an russischen Börsen nur Bitcoin und Ether zugänglich sein werden. Qualifizierte Anleger erhalten Zugang zu einer größeren Auswahl an Vermögenswerten, und normale Bürger können Kryptowährungen nur nach Bestehen eines Tests kaufen, maximal für 300.000 Rubel pro Jahr über einen Vermittler. Die Zahlung mit Krypto für Waren und Dienstleistungen im Inland ist weiterhin verboten. Russland legalisiert Mining und experimentelle Abwicklungen im Rahmen von Außenhandelsverträgen, hält aber den Ausstieg aus dem regulierten Umfeld zurück.

Dahinter steht ein verständliches doppeltes Interesse. Der Staat möchte sehen, wer wie viele digitale Vermögenswerte besitzt, und diese Ströme über kontrollierte Kanäle lenken – dies gewährleistet die Kontrolle über die Finanzströme und verhindert die Nutzung von Krypto als Parallelwährung. Banken erhalten eine neue Nische und Provisionserträge, indem sie ihre Anlageprodukte für Kunden erweitern. Bürger erhalten formalen Schutz anstelle des Risikos, alles auf nicht lizenzierten Plattformen zu verlieren, aber im Gegenzug für Transparenz.

Für den normalen Menschen bedeutet dies, dass man bald Bitcoin über die gewohnte Bank-App kaufen kann, aber mit strengen Grenzen und voller staatlicher Sichtbarkeit. Gelder, die früher in den Schatten flossen, werden nun vom Regulierer verfolgt. Psychologisch verringert dies die Angst vor dem Verlust von Vermögenswerten, verstärkt aber das Gefühl, dass jede Bewegung aufgezeichnet und kontrolliert wird.

Sberbank folgt, wie andere große Akteure – Alfa-Bank, VTB, Moskauer Börse – der Logik: Es ist besser, Teil des Systems zu sein und damit zu verdienen, als außerhalb zu bleiben. Historisch gesehen haben Banken immer einen Weg gefunden, neue Geldformen zu monetarisieren – von Wechseln über Plastikkarten bis hin zu elektronischen Zahlungen. Krypto ist hier keine Ausnahme.

Letztendlich müssen die Russen zwischen dem Komfort des regulierten Marktes und dem Gefühl der Freiheit wählen. Die neue Infrastruktur verspricht Sicherheit durch Lizenzierung, aber der Zugang dazu bleibt für die Mehrheit eingeschränkt. Höchstwahrscheinlich wird dies die erste Stufe einer tieferen Integration von Kryptowährungen in das russische Finanzsystem sein.

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Quellen

  • Russia’s largest bank Sberbank plans crypto trading infrastructure by December

  • Закон о криптовалютах в России: что разрешено и запрещено

  • Закон о криптовалюте в России 2026: статус имущества, покупка через биржи, лимит

  • Сбер запустит цифровой депозитарий для криптоторгов до декабря 2026 года

  • Сбербанк открывает кредитование майнинговых компаний с криптовалютным обеспечением

  • Крипту в России легализовали. Разбор нового законопроекта «О цифровых валютах и цифровых правах»

  • Капитализация в триллионы рублей и 5 лет торгов. Критерии допуска криптовалют на биржи в России

  • В Госдуму внесли законопроект о регулировании рынка криптовалют

  • В России приняли закон о регулировании криптовалюты

  • Российский Сбербанк планирует к декабрю создать регулируемую платформу для торговли криптовалютами

  • Сбербанк откроет торговлю криптовалютой

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