🐱 Was füttert man einer Katze: Trockenfutter, Nassfutter oder natürliche Nahrung?

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Jeder Katzenbesitzer hat schon einmal in das zufriedene Gesicht seiner Katze geschaut und sich gefragt: Was ist wirklich das Beste für sie – Trockenfutter, Nassfutter oder natürliche Nahrung?

Die Antwort ist nicht so einfach, wie sie scheint. Eine Katze ist kein kleiner Mensch und nicht einmal ein „kleiner Hund“. Sie ist ein obligater Fleischfresser, dessen Organismus evolutionär in erster Linie auf tierisches Eiweiß, Fett und die Aufnahme eines Großteils der Flüssigkeit über die Nahrung eingestellt ist.

Genau deshalb hat jede Ernährungsform ihre Vorteile – und ihre Tücken.

🥫 Nassfutter: Näher am natürlichen Ernährungsmodell

Gutes Dosenfutter und Portionsbeutel enthalten viel Wasser – oft etwa 70–80%.

Für Katzen ist das besonders wichtig, da viele von ihnen von Natur aus recht wenig trinken. Ihre Vorfahren nahmen den Großteil der Flüssigkeit über ihre Beute auf, daher gleicht die moderne Hauskatze eine Trockenfütterung nicht immer durch ausreichendes Trinken aus dem Napf aus.

Nassfutter hilft, die gesamte Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen, und sättigt in der Regel gut.

Doch es gibt eine Bedingung: Auf der Verpackung muss angegeben sein, dass es sich um ein Alleinfuttermittelhandelt, das heißt, es enthält alle notwendigen Nährstoffe.

Ein hübsches Tütchen mit Thunfischstückchen bedeutet noch lange nicht, dass man die Katze damit dauerhaft ernähren kann.

🥣 Trockenfutter: Praktisch, aber man kann leicht überdosieren

Trockenfutter ist sehr praktisch.

Es lässt sich leicht lagern, portionieren und im Futterautomaten bereitstellen. Ein gutes Alleinfuttermittel in Trockenform kann die Katze zudem mit den notwendigen Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen versorgen.

Doch es gibt zwei Aspekte zu beachten.

Der erste ist – zu wenig Wasser.

Der zweite Aspekt ist der hohe Kaloriengehalt. Eine kleine Handvoll Kroketten kann weitaus mehr Kalorien enthalten, als es auf den ersten Blick scheint.

Daher ist der berühmte, stets gefüllte Futternapf nicht immer ein Zeichen von Liebe. Für manche Katzen ist dies der direkte Weg zu Übergewicht.

🥩 Und wie sieht es mit natürlicher Nahrung aus? Hier wird es erst richtig interessant

Auf den ersten Blick scheint es offensichtlich:

Die Katze ist ein Raubtier, also muss man ihr einfach Fleisch geben.

Doch genau hier machen Tierhalter am häufigsten Fehler.

Hühnerfilet, Pute oder Rindfleisch allein reichen für eine Katze nicht aus.

In der Natur frisst die Katze nicht nur das Muskelfleisch. Sie nimmt verschiedene Gewebe und Organe zu sich und damit auch Kalzium, Phosphor, Spurenelemente und eine Vielzahl anderer Stoffe.

Eine hausgemachte Ernährung muss dieses Gleichgewicht nachbilden.

Eine Katze benötigt lebensnotwendig zum Beispiel Taurin, Kalzium, bestimmte Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente. Ein Mangel an einigen dieser Stoffe kann lange Zeit unbemerkt bleiben, doch die Folgen zeigen sich erst nach Monaten.

Daher kann eine Schüssel mit schönem, frischem Fleisch zwar viel „natürlicher“ aussehen als Industriefutter – und dabei dennoch weniger ausgewogen sein.

❤️ Ist natürliche Ernährung also schlecht?

Ganz und gar nicht.

Ein korrekt berechneter natürlicher Ernährungsplan kann eine hervorragende Fütterungsmethode sein.

Dazu können gehören:

  • Fleisch – Pute, Huhn, Kaninchen, Rind;
  • Herz und andere Innereien in berechneten Mengen;
  • gelegentlich Eier;
  • bestimmte Fettquellen;
  • Vitamin- und Mineralstoffzusätze;
  • eine Kalziumquelle;
  • bei Bedarf zusätzliches Taurin.

Doch die Proportionen sind von enormer Bedeutung.

Besonders wichtig ist das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor. Daher funktioniert das Prinzip „Ich gebe einfach mehr von dem guten Fleisch, dann wird es schon nicht schaden“ hier leider nicht.

Die beste Variante der natürlichen Ernährung ist ein von einem Tierernährungsberater erstellter Futterplan.

🐟 Und wie steht es mit Fisch?

Die meisten Katzen wären kategorisch dagegen, wenn wir ihn vom Speiseplan streichen würden.

Aber Fisch sollte nicht automatisch zur täglichen Grundlage der Ernährung werden.

Er kann durchaus als Teil einer ausgewogenen Ernährung verwendet werden, sofern das jeweilige Produkt für die Katze geeignet ist. Das Tier jedoch ständig nur mit Thunfisch oder Fisch zu füttern, ist keine gute Idee.

🚫 Was definitiv nicht auf dem Speiseplan einer Katze landen sollte

Besonders gefährlich ist die Angewohnheit, die Katze mit Essensresten vom Tisch zu füttern.

Wurst, Geräuchertes, Gebratenes und stark Gesalzenes braucht sie absolut nicht.

Und manche für uns alltägliche Lebensmittel können toxisch sein. Zum Beispiel dürfen Katzen keine Zwiebeln oder Knoblauch. Ebenso ungeeignet sind Schokolade, Weintrauben und Rosinen.

Und natürlich ist Hundefutter kein vollwertiger Ersatz für Katzenfutter: Die Ernährungsbedürfnisse dieser Tiere unterscheiden sich.

🐾 Was ist also letztendlich besser?

Natürliche Ernährung ist die beste Wahl für die Gesundheit der Katze, aber nur unter der Voraussetzung eines kompetenten Ansatzes. Wenn Sie keine Zeit oder Lust haben, Lebensmittel auf der Küchenwaage grammgenau abzuwiegen und Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen, ist hochwertiges Industriefutter (Nass- und Trockenfutter) weitaus sicherer und gesünderals unausgewogene „hausgemachte Nahrung“.

Für die meisten gesunden Hauskatzen ist eine sehr vernünftige Option hochwertiges Alleinfuttermittel als Nassfutter, gelegentlich in Kombination mit einer kleinen Menge Trockenfutter.

Das ist praktisch, relativ einfach zu kontrollieren und hilft der Katze, mehr Flüssigkeit aufzunehmen.

Aber wenn der Besitzer das Tier mit natürlicher Nahrung füttern möchte, ist auch das möglich.

Nur sollte eine natürliche Ernährung nicht bedeuten:

„Hühnchen, weil die Katze es mag“,

sondern:

„korrekt berechnete, vollwertige Ernährung“.

Und hier gibt es ein amüsantes Paradoxon.

Manchmal betrachtet der Besitzer misstrauisch ein Döschen fertiges Katzenfutter und denkt:

„Ist Fleisch nicht gesünder?“

Und der Katzenorganismus antwortet:

„Fleisch ist wunderbar. Aber bitte vergiss nicht die etwa zwei Dutzend weiteren Stoffe, die ich zusammen damit brauche.“

Genau deshalb ist das beste Futter für eine Katze nicht das teuerste, nicht das modernste und nicht einmal das ‚natürlichste‘.

Das beste Futter ist das, welches ihre Bedürfnisse tatsächlich abdeckt.

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