❓ FRAGE:
Es heißt, dass Menschen zu spüren beginnen, wenn ihre Zeit gekommen ist. In letzter Zeit suchen mich weniger suizidale Impulse heim, sondern vielmehr Gedanken über das Wesen des Todes an sich. Ich bin Studentin und stehe eigentlich in der Blüte meines Lebens, doch das Gefühl, dass ich bald sterben werde, überkommt mich fast täglich: vor dem Zubettgehen, auf dem Weg zur Uni oder bei Treffen mit Freunden, wobei ich dabei keinerlei Angst verspüre. Ich möchte jedoch verstehen, ob dies bloß negative Denkmuster sind, die ich aufarbeiten sollte, oder ob mein Höheres Selbst mich moralisch auf die Reise in eine andere, wunderbare Welt vorbereitet.
❗️ ANTWORT von lee:
Dies sind höchstwahrscheinlich Ihre eigenen negativen Glaubenssätze. Genau so fühlt sich dieser Zustand an. Sie greifen auf ein Programm aus einem früheren Leben zurück, das Sie aktiv nähren, um einem einschränkenden Pfad zu folgen.
Das Bewusstsein über das eigene Ende besitzt eine ganz andere Nuance – es ist das Gefühl einer bereits vollbrachten Lebensaufgabe. Diese Erkenntnis wird gewährt, damit der Mensch Zeit für eine Entscheidung hat: ob er zu einer neuen Aufgabe wechseln, ein anderer Mensch werden oder neue Ziele verfolgen möchte. Falls die Antwort „ich will nicht“ lautet, ist das in Ordnung. Falls sie „ich will“ lautet, ist das ebenfalls in Ordnung.
Prüfen Sie selbst, welche dieser Optionen Sie unterstützen.
Sofern keine solche Weichenstellung vorliegt, ist das Wissen um den Übergang zwar im Inneren präsent, wird aber gewöhnlich nicht bewusst wahrgenommen – der Gedanke formt sich nicht auf diese Weise, während der Mensch seine letzten Stunden oder Tage in einem Zustand der Halbnarkose verbringt.



