Die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko scheint einen ebenso unerwarteten wie charismatischen Botschafter gefunden zu haben. Dabei handelt es sich weder um einen Profikicker noch um einen prominenten Fan oder gar das offizielle Maskottchen des Turniers. Zum eigentlichen Star ist völlig überraschend eine Straßenente namens Merlin avanciert.
Merlin taucht regelmäßig bei den Pressekonferenzen des Präsidenten auf und schafft es jedes Mal aufs Neue, die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Während die Journalisten ernsthafte Fragen stellen und die Kameras auf die Politiker gerichtet sind, stolziert die Ente gelassen in den Vordergrund und führt sich auf, als wäre es ihr ganz eigener Pressetermin.
Das Publikum hat den tierischen Charakter sofort ins Herz geschlossen. Merlin wurde binnen kürzester Zeit zur lokalen Berühmtheit: Er wird in den sozialen Netzwerken gefeiert, gefilmt und von manchen bereits als inoffizielles Maskottchen der WM in Mexiko bezeichnet. Im Gegensatz zu den am Reißbrett entworfenen Symbolen der Marketingabteilungen besticht diese Ente durch einen entscheidenden Vorteil – ihre völlige Natürlichkeit und ihr grenzenloses Selbstbewusstsein.
Merlins Popularität ist mittlerweile so groß, dass die Menschen begonnen haben, Merchandise-Produkte mit ihm zu gestalten. T-Shirts, Aufkleber, Drucke und humorvolle Motive der Ente sind Teil einer neuen Welle des Volkshumors rund um das Turnier geworden. Die Fans erkannten schnell: Wenn eine Weltmeisterschaft schon voller Dramatik, Emotionen und unerwarteter Helden steckt, warum sollte dann nicht auch eine Ente dazugehören?
Besonders amüsant an Merlins Geschichte ist die Tatsache, dass er absolut nichts forciert. Er taucht einfach dort auf, wo ihn niemand erwartet, und stiehlt in aller Seelenruhe die Show. Genau darin liegt sein Charme: Vor der Kulisse offizieller Festakte, markiger Sprüche und des allgemeinen Fußballtrubels wirkt die Straßenente wie der aufrichtigste Akteur des gesamten Geschehens.
So wandelte sich Merlin von einem gewöhnlichen Stadtvogel zu einem kleinen Internet-Star und zum Gesicht der heiteren Seite der Weltmeisterschaft. Auch wenn er kein Teil des offiziellen Turnierprogramms sein mag, so ist ihm die Anerkennung des Volkes längst sicher.
Manchmal braucht es eben keine Verträge, Präsentationen oder Werbekampagnen, um ein echtes Maskottchen zu werden. Es reicht völlig aus, im richtigen Moment vor die Kameras zu treten – und eine Ente namens Merlin zu sein.



