US-Präsident Donald Trump hat am Freitag, dem 25. Juli, die amerikanischen Angriffe auf den Iran ausgesetzt, um Raum für Diplomatie zu schaffen. Die Entscheidung, die wenige Stunden nach der Ankunft einer omanischen Delegation in Teheran zur Verhandlung über die Schifffahrt in der Straße von Hormuz getroffen wurde, hat bereits zu einer spürbaren Entspannung auf den Weltmärkten geführt.
Am Montag, dem 27. Juli 2026, fielen die Ölpreise der Marke Brent um mehr als 5%. Am Morgen sanken die Futures um 5,24% gegenüber dem vorherigen Schlusskurs und fielen auf 86,8 US-Dollar pro Barrel. Dies war der niedrigste Wert bei Handelsbeginn, danach erholte sich der Kurs teilweise. Ein ähnlicher Rückgang wurde auch bei den amerikanischen Ölmarken WTI verzeichnet.
Die USA haben zum zweiten Mal in Folge keine Ziele im Iran angegriffen. Teheran seinerseits hat ebenfalls auf Vergeltungsmaßnahmen verzichtet. Beide Seiten legten nach 13 Tagen ununterbrochener Militäreinsätze eine Pause ein und unterbrachen damit den Eskalationszyklus, der Anfang Juli begonnen hatte.
Hinter der Aussetzung der Angriffe steckt eine Reihe von Gründen. Laut einem Beamten der Regierung schafft Trump Raum für Verhandlungen mit dem Iran. Darüber hinaus warnte die militärische Führung der USA den Präsidenten vor den Risiken einer Erschöpfung der Munitionsvorräte bei Fortsetzung großangelegter Operationen. Der ständige Vertreter der USA bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, bestätigte, dass die Pause als Chance für eine diplomatische Lösung betrachtet werden sollte. Zuvor hatten Befürchtungen hinsichtlich einer Blockade der Straße von Hormuz ernsthafte Bedenken hinsichtlich der globalen Ölversorgung hervorgerufen.
Die Märkte reagierten scharf und positiv. Der Rückgang der Ölpreise um mehr als 5% spiegelte direkt die Hoffnungen der Anleger auf eine Deeskalation wider. Im Vergleich zu den Vorwochen, als die Eskalation zu einem spekulativen Anstieg des Ölpreises geführt hatte, signalisiert die Abwärtskorrektur, dass der Markt ein Stabilisierungsszenario durch Verhandlungen wahrnimmt.
Die Rolle Omans in diesem Prozess ist entscheidend: Die diplomatische Delegation des Sultanats traf am 24. Juli in Teheran ein, um neue Mechanismen für die Steuerung der Schifffahrt in der Straße zu erörtern. Berichten zufolge haben Iran und Oman Fortschritte bei den Verhandlungen über die Wiederaufnahme des sicheren Durchgangs von Schiffen durch die Straße von Hormuz erzielt – eine der wichtigsten Engstellen des globalen Energiehandels.
Die Hauptfrage bleibt offen: Ist dies eine vorübergehende Atempause für Verhandlungen oder der Beginn eines echten Regulierungsprozesses? Eines ist jedoch klar: Beide Seiten haben die Diplomatie der Fortsetzung von Angriffen vorgezogen, und die Finanzmärkte haben dies sofort honoriert. Die weiteren Schritte Washingtons und Teherans werden bestimmen, wie von Dauer dieser Waffenstillstand sein wird. In der Zwischenzeit verschafft der Rückgang der Ölpreise den Weltmärkten nach Wochen hoher Spannungen eine willkommene Atempause.


