Taktische Revanche: Warum die „Canadiens“ auf das Tempo von „Buffalo“ vorbereitet waren

Autor: Svitlana Velhush

NHL-Highlights des 4. Spiels | Sabres vs. Canadiens - May 12, 2026

In Montreal macht derzeit niemand ein Auge zu. Nach der bitteren Niederlage im Auftaktspiel der Serie gegen die „Sabres“ waren viele schnell dabei, die „Habs“ bereits abzuschreiben. Doch die Playoffs 2026 beweisen: Disziplin und frisches Blut setzen sich gegen reine Klasse durch.

Ausschlaggebend für die Wende war die Nominierung von Jakub Dobeš. Dabei handelt es sich nicht um einen bloßen Torwartwechsel, sondern um einen Wandel der Spielphilosophie zwischen den Pfosten. Mit seiner beeindruckenden Körpergröße und seinem aggressiven Stellungsspiel nahm Dobeš den Scharfschützen aus Buffalo, die ihre Abschlüsse gewöhnlich aus den Bullykreisen in die Winkel setzen, komplett die Sicht. Ob Buffalo ein Rezept gegen einen Goalie findet, der den Raum im Tor förmlich „auffrisst“, bleibt abzuwarten.

Auf der Gegenseite hat sich Juraj Slafkovský endgültig als Elite-Power-Forward etabliert. Dass er die Zweikämpfe an der Bande gegen Rasmus Dahlin für sich entscheiden konnte, glich einer Offenbarung. Slafkovský ist nicht mehr bloß ein hoffnungsvolles Talent; er ist der Motor, der die Defensive der „Sabres“ unter Druck zu Stellungsfehlern zwingt.

Montreal hat die Schwachstelle nicht im Kader, sondern im Timing ausgemacht. Buffalos Verteidiger glänzen zwar am Puck, wirken jedoch verloren, wenn sie vor dem eigenen Gehäuse zu „schmutzigem“ Eishockey gezwungen werden. Die „Canadiens“ drückten ihnen genau diesen Stil auf und verwandelten jeden Vorstoß in die Zone in einen harten Überlebenskampf.

Dieses Duell spiegelt die neue NHL wider. In dieser Liga zählen Athletik und die Gabe, sich über Nacht auf einen Gegner einzustellen, mehr als jede Saisonprognose.

Langfristig könnte diese Flexibilität im Kader die „Canadiens“ zum ersten Mal seit fünf Jahren ins Conference-Finale führen. Bleibt die Frage, ob dieses junge Team dem Druck der entscheidenden Partien gewachsen ist, wenn die Kosten für jeden Fehler um das Zehnfache steigen.

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