Manche Filme schaut man mit der Erwartung, einfach nur gut unterhalten zu werden. Dann stellt sich heraus, dass sie zudem herzlich, tiefgründig und so hochkarätig besetzt sind, dass man jede Szene genießen möchte. „The Family Plan 2“ (2025) ist genau so ein Werk: Eine Actionkomödie, die sich perfekt für einen gemeinsamen Abend mit der ganzen Familie eignet, da sowohl Kinder als auch Erwachsene etwas zum Lachen und Mitfiebern finden.
Die Handlung: Weihnachten in London. Was könnte da schon schiefgehen?
Dan Morgan war einst ein Mann, dessen Name in dunklen Korridoren nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert wurde. Als ehemaliger Auftragskiller hat er seine Vergangenheit längst hinter sich gelassen, die wunderbare Jessica geheiratet, Kinder großgezogen und genießt nun genau das ruhige Leben, von dem er jahrelang geträumt hat.
Einige Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils beschließt Familie Morgan, den perfekten Weihnachtsurlaub in London zu verbringen. Dan hofft, seine Vergangenheit nun endgültig ruhen zu lassen, sich voll und ganz auf seine Familie zu konzentrieren und einfach nur ein ganz normaler Vater zu sein.
Doch wie es in solchen Geschichten üblich ist, erwartet sie in London weit mehr als nur der Big Ben und die roten Doppeldeckerbusse. Ein unerwarteter Feind aus seiner Vergangenheit spürt Dan auf, wodurch der Urlaub schlagartig zu einem Hindernislauf wird, bei dem er gleichzeitig Bösewichte ausschalten und pünktlich zum Weihnachtsessen erscheinen muss.
Mark Wahlberg: Der König der Familien-Action
Mark Wahlberg in der Rolle des Dan Morgan wirkt wie ein kuscheliger Pullover an einem kalten Winterabend. Er hat seine Nische gefunden: Er spielt harte Kerle, die mühelos Feinde zur Strecke bringen und im nächsten Moment ihren Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen. Im Sequel wirkt sein Dan noch sympathischer – ein abenteuerlustiger Familienvater, der einfach nicht anders kann, als einzugreifen, wenn seine Liebsten in Gefahr sind.
Wahlberg spielt mit einer solchen Leichtigkeit, dass man fast vergisst, dass man einen Schauspieler vor sich hat, der im echten Leben längst ein gewisses Alter erreicht hat. Auf der Leinwand wirkt er lebendig, humorvoll und berührend zugleich. Besonders die Momente, in denen er versucht, den „normalen Papa“ zu mimen, während er gleichzeitig ein „Ex-Superagent“ ist, sorgen für ein ehrliches Lächeln beim Zuschauer.
Michelle Monaghan: Die Geheimwaffe des Films
Jessica, verkörpert von Michelle Monaghan, ist weit mehr als nur die „Ehefrau des Protagonisten“. Sie bildet das Herzstück des Films. Monaghan spielt eine Frau, die mehr über die Vergangenheit ihres Mannes weiß, als dieser vermutet, und die auf neue Turbulenzen mit einer Gelassenheit reagiert, um die ihn selbst Dan beneiden würde.
Ihre Chemie mit Wahlberg ist ein ganz besonderes Vergnügen. Sie sind kein glattes Hollywood-Traumpaar wie vom Werbeplakat, sondern echte Menschen, die sich lieben, streiten, versöhnen und alles gemeinsam durchstehen. Monaghan verleiht dem Film genau die familiäre Wärme, ohne die ein Actionfilm eben nur ein reiner Actionfilm bliebe.
Die Jugend und Kit Harington: Das Aufeinandertreffen der Generationen
Zoe Colletti als Tochter Nina und Van Crosby als Sohn sorgen für den frischen Wind, der den Film zu einem echten Familienerlebnis macht. Ihre Charaktere sind keine bloßen Sidekicks, sondern vollwertige Akteure der Geschichte mit eigenen Charakterzügen, Ängsten und Heldenmomenten.
Besondere Erwähnung verdient zudem Kit Harington als Finn. Ja, genau, der Jon Schnee aus „Game of Thrones“. Harington verleiht dem Film britischen Charme sowie eine Prise sympathischen Wahnsinns, die perfekt zum weihnachtlichen London passt. Sein Erscheinen ist stets ein echtes Highlight.
Warum dies der ideale Familienfilm ist
„The Family Plan 2“ ist einer dieser seltenen Fälle, in denen ein Film tatsächlich für alle Altersgruppen funktioniert. Kinder kommen bei der Action, den Verfolgungsjagden und witzigen Situationen voll auf ihre Kosten. Erwachsene werden den Humor zu schätzen wissen, der nie ins Flache abgleitet, sowie die Anspielungen, die man nur versteht, wenn man „schon länger dabei“ ist.
Hier gibt es keine Härte, die jüngere Zuschauer verschrecken könnte. Es fehlt jegliche Vulgarität, bei der Eltern rot werden müssten. Stattdessen bietet der Film Abenteuer, viel zu lachen und Momente, die dazu einladen, seine Nächsten in den Arm zu nehmen.
Ein optisches Festmahl: London in voller Pracht
Wie der Film optisch wirkt, verdient eine eigene Würdigung. London wurde mit so viel Hingabe gefilmt, dass man am liebsten sofort Flugtickets kaufen würde. Die Lichterketten, die Gassen, die Pubs und die Themse erzeugen genau jene festliche Atmosphäre, die den Film zur idealen Wahl für Winterabende macht.
Regisseur Simon Cellan Jones, der bereits beim ersten Teil Regie führte, beweist erneut sein Gespür für diesen Stoff: dynamisch, aber nicht hektisch, humorvoll, aber ohne ins Lächerliche abzugleiten.
Das Fazit: Ein herzerwärmender Film für kalte Abende
„The Family Plan 2“ ist vielleicht kein cineastisches Meisterwerk für Kritikeranalysen. Aber er erfüllt genau seine Aufgabe: Er bringt die Familie gemeinsam auf das Sofa, sorgt für schallendes Gelächter, lässt einen mit den Helden mitfiebern und hinterlässt das gute Gefühl eines gelungenen Abends.
Das Ensemble ist wirklich hervorragend – jeder besetzt seinen Platz perfekt. Wahlberg überzeugt auf ganzer Linie, Monaghan ist großartig, die Jungschauspieler enttäuschen nicht und Harington sorgt für die nötige Würze. Hier zeigt sich, wie ein Cast als geschlossene Einheit funktionieren kann und nicht nur als eine bloße Ansammlung von Stars.
Wenn Sie nach einem Highlight für die ganze Familie an den Feiertagen suchen, steht „The Family Plan 2“ auf Apple TV+ für Sie bereit. Machen Sie einfach Popcorn, machen Sie es sich gemütlich und lassen Sie sich von diesem Film ein wenig Wärme schenken.
Fazit: Leichtfüßig, humorvoll und voller Herz. Es ist der perfekte Film, um einen Abend mit seinen Liebsten zu verbringen. Und was braucht man eigentlich mehr von gutem Familienkino?
Gaya-Bewertung – 7.1/10



