Warum Schweizer doppelt so häufig wie Deutsche Kryptowährungen halten: Das Geheimnis früher Regeln und Ökosysteme

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

In der Schweiz nutzt jeder vierte Erwachsene gelegentlich Kryptowährungen. Im benachbarten Deutschland ist es nur jeder neunte. Der doppelte Unterschied wirkt nicht zufällig: Dahinter steckt nicht nur Interesse an Bitcoin, sondern jahrelange durchdachte Entscheidungen, die das kleine Land zu einem Labor für digitale Finanzen gemacht haben.

Eine im Juni 2026 von YouGov durchgeführte Studie von BearingPoint unter mehr als viertausend Personen ergab: 23 % der Schweizer nutzen Krypto-Assets, verglichen mit 11 % in Deutschland und 18 % in Österreich. Gleichzeitig halten 37 % der Schweizer Einwohner solche Vermögenswerte für eine rentable Anlage – deutlich mehr als in anderen befragten Ländern. Der Unterschied ist auch in der Einstellung zur Zukunft bemerkenswert: Fast die Hälfte der Schweizer sieht Kryptowährungen als Mittel für internationale Abrechnungen oder als Reservewert.

Die Wurzeln der Führung liegen in der Gesetzgebung. Bereits 2021 führte die Schweiz ein Gesetz zur Technologie verteilter Register (DLT) ein, das keinen separaten „Krypto-Kodex“ schuf, sondern digitale Vermögenswerte in bestehende zivil- und finanzrechtliche Normen integrierte. Unternehmen erhielten Klarheit in Fragen der Insolvenz, Lizenzierung und Tokenisierung von Wertpapieren. Während in anderen europäischen Ländern noch Risiken diskutiert wurden, waren in Zug und Zürich bereits Hunderte von Projekten in Arbeit.

Heute zählt das „Crypto Valley“ 1749 Unternehmen – ein Wachstum von 132 % seit 2020. Hier konzentrieren sich Entwickler von Ethereum, Cardano, Solana und Banken wie Sygnum und Bitcoin Suisse. Die Konzentration schafft einen sich selbst tragenden Kreislauf: Anwälte, Investoren und Talente ziehen neue Firmen an, und diese wiederum stärken die Infrastruktur. Die Jugend in der Schweiz nutzt Kryptowährungen besonders aktiv – 36 % im Alter von 18–24 Jahren.

In Deutschland hingegen wurde bis vor kurzem ein vorsichtiger Ansatz verfolgt. Banken erhalten erst jetzt Lizenzen: Die DZ Bank und die DekaBank, die zusammen rund 80 Millionen Kunden betreuen, haben über die VR Banking App den Handel mit Bitcoin, Ether und anderen Vermögenswerten angeboten. Dies könnte den Abstand verringern, aber die persönliche Adoption bleibt bisher geringer.

Interessanterweise verzichten die Schweizer nicht auf traditionelle Instrumente. 80–87 % der Befragten in allen drei Ländern vertrauen weiterhin auf staatliche Währungen, und 64 % der Schweizer sehen Gold weiterhin als Schutz vor Inflation. Kryptowährung wird nicht als Ersatz, sondern als zusätzliches Instrument wahrgenommen – eine weitere Schicht im Portfolio.

Die Erfahrung der Schweiz zeigt: Wenn Regeln früher entstehen als die Massennachfrage, wachsen Vertrauen und Infrastruktur gemeinsam. Es geht nicht darum, wer den Trend zuerst bemerkt, sondern wer zuerst die Bedingungen schafft, unter denen Menschen sicher mit neuen Geldformen experimentieren können.

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Quellen

  • دراسة تُظهر أن استخدام العملات المشفرة في سويسرا يبلغ ضعف ما

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