Energie gegen digitales Gold: Warum Russland Mining in der Moskauer Region bis 2032 verbietet

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

In der dicht besiedelten Moskauer Region, wo jedes Kilowatt zählt, führen die Behörden ab dem 15. August 2026 und bis Ende 2032 ein strenges Verbot für das Mining von Kryptowährungen ein. Ein Regierungsbeschluss Nr. 936 schließt Farmen und Pools in Moskau, der gesamten Region Moskau und bestimmten Gebieten der Region Kursk vom Stromnetz aus. Der Grund ist die wachsende Belastung der Stromnetze, die bereits ihre Kapazitäten zwischen Wohnhäusern, Fabriken und Rechenzentren aufteilen müssen.

Nach Schätzungen des Energieministers der Region Moskau, Sergei Woropanow, verbraucht das Mining in der Region bereits etwa 1 GW. Bis 2032 könnte die Gesamtkapazität der Rechenzentren 3,6 GW erreichen – das sind fast 17 % der Spitzenlast des Netzes. Die Ausrüstung für die Kryptowährungsförderung läuft rund um die Uhr und lässt der Infrastruktur keine Erholung, im Gegensatz zu den saisonalen Spitzenlasten durch Heizung oder Sommerklimatisierung.

Russland verzichtet nicht vollständig auf Mining. Seit 2024 gibt es eine staatliche Registrierung von Betreibern, und in Regionen mit einem Überschuss an Stromerzeugung – zum Beispiel in Sibirien – ist die Tätigkeit erlaubt. Das Verbot in der Hauptstadtregion ist kein ideologischer Kampf gegen Krypto, sondern eine pragmatische Verteilung einer knappen Ressource. Strom wird hier zur eigentlichen Währung, und der Staat entscheidet, wem er ihn vorrangig zuweist.

Für Klein- und Mittelständler wird der Umzug der Ausrüstung zusätzliche Kosten für neue Anschlüsse, Logistik und Ausfallzeiten bedeuten. Große Akteure, die bereits in der Nähe der Stromerzeugung angesiedelt sind, werden einen Wettbewerbsvorteil erhalten. Das Verbot der Teilnahme an Pools beraubt selbst jene, die im „Schatten“ bleiben wollten, der Möglichkeit, über verteilte Netzwerke weiterzuarbeiten.

Parallel dazu entwickelt sich die Regulierung des Handels mit digitalen Vermögenswerten: Die Staatsduma diskutiert Regeln für den Kleinhandel, während das Verbot der Bezahlung mit Kryptowährung im Inland bestehen bleibt. Die Politik wird segmentiert – der Handel unterliegt der Kontrolle, und die energieintensive Infrastruktur unterliegt regionalen Beschränkungen. Dies erinnert an das alte Sprichwort: „Nicht alles, was glänzt, ist Gold“ – nur dass jetzt der Glanz einer digitalen Münze auf die Belastbarkeit des realen Energiesystems geprüft wird.

Letztendlich wandelt sich das Mining in Russland von einem „wilden“ Geschäft zu einer regulierten Branche, die an eine Karte mit überschüssigen Kapazitäten gebunden ist. Für diejenigen, die Kryptowährungen als Mittel zur Erhaltung und Vermehrung von Kapital betrachten, ist die Lektion offensichtlich: Physikalische Infrastrukturbeschränkungen sind immer wichtiger als virtuelle Versprechungen der Dezentralisierung.

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Quellen

  • BREAKING: Russia bans crypto mining in Moscow region through 2032 over grid strain

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