US-Präsident Donald Trump setzte am späten Dienstagabend die Einführung von 50-Prozent-Zöllen auf eine Reihe kanadischer Waren aus, die eigentlich um Mitternacht in Kraft treten sollten.
In einem Beitrag in den sozialen Medien schrieb er, dass die Pause drei Tage dauern werde, da Kanada und die USA unter der Bedingung der Finalisierung der Dokumente „ein Abkommen geschlossen“ hätten.
Trump erwähnte eine mögliche Wiederaufnahme des Keystone-XL-Pipeline-Projekts, nannte jedoch keine Details zu der Vereinbarung.
Das Büro des US-Handelsbeauftragten präzisierte, dass das Abkommen den vollständigen Zugang amerikanischer Waren zum kanadischen Markt, Verpflichtungen zur wirtschaftlichen Sicherheit, die Abstimmung des digitalen Handels sowie weitere Schutzmaßnahmen für amerikanische Arbeitnehmer vorsehe.
Der kanadische Premierminister Mark Carney bestätigte, dass die Aufschiebung bis zum Ende des Freitags dauern werde. Seinen Worten zufolge seien wesentliche Fortschritte erzielt worden, auch wenn noch wichtige Arbeit bevorstehe.
Die Zölle hätten Importe im Wert von etwa 20 Milliarden Dollar betroffen — von Hockeyschlägern und Baumaterialien bis hin zu Spirituosen und Kleidung.
Die Verhandlungen dauerten über eine Woche und wurden als sehr heikel und intensiv beschrieben. Carney merkte an, das Ziel sei es, mehr Sicherheit und reale Vorteile für kanadische Unternehmen, Arbeitnehmer, Landwirte und Familien zu gewährleisten.
Die Androhung von Zöllen war die erste Anwendung von Abschnitt 338 des Zollgesetzes aus dem Jahr 1930, der es ermöglicht, Zölle von bis zu 50 % gegen Länder zu verhängen, die den amerikanischen Handel diskriminieren.
Die kanadische Seite strebte nicht nur die Aufhebung dieser Zölle an, sondern auch die Senkung der bestehenden Zölle auf Stahl, Aluminium und Automobile.
Die US-Handelskammer warnte, dass die Zölle ohne eine Einigung beiden Volkswirtschaften schaden, die Preise für amerikanische Familien erhöhen und 13 Millionen Arbeitsplätze gefährden würden, die vom nordamerikanischen Handelspakt abhängen.
