Äthiopien bereitet sich auf eine groß angelegte Baumpflanzaktion vor. Am 3. August 2026 will das Land im Rahmen der Initiative „Green Legacy“, einem Vorzeigeprojekt zur ökologischen Wiederherstellung auf dem Kontinent, 800 Millionen Setzlinge an einem einzigen Tag pflanzen.
Diese ehrgeizige Veranstaltung ist Teil eines umfassenderen Plans: In der Regenzeit 2026 sollen über 8 Milliarden Setzlinge gepflanzt werden. In den sieben Jahren seit Beginn des Programms hat es das Land zu einem weltweit führenden Anbieter im großflächigen Wiederaufforstung gemacht. Die Ziele der Initiative sind die Erhöhung der Waldbedeckung, die Wiederherstellung degradierter Flächen, die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und die Unterstützung der Ernährungssicherheit durch Verbesserung von Boden- und Wasserressourcen.
Premierminister Abiy Ahmed rief „Green Legacy“ im Juni 2019 ins Leben, als Reaktion auf die ökologische Zerstörung, die Entwaldung und die zunehmende Klimaanfälligkeit des Landes. Seitdem wurden nach offiziellen Angaben über 48 Milliarden Setzlinge gepflanzt. Äthiopiens langfristiges Ziel ist es, bis 2027, zum Zeitpunkt der 32. UN-Klimakonferenz (COP32) in Addis Abeba, 65 Milliarden Bäume erreicht zu haben.
Der Premierminister rief die Bürger unter dem Motto „Lasst uns Hoffnung pflanzen“ dazu auf, aktiv zu werden, was die tiefe Symbolik der Initiative widerspiegelt. An der Aktion werden staatliche Einrichtungen, Schulen, zivilgesellschaftliche Organisationen, internationale Organisationen und der diplomatische Korps teilnehmen – dies unterstreicht den nationalen Mobilisierungsmaßstab.
Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Meilenstein gesetzt: Am 31. Juli 2025 pflanzten Äthiopier an einem einzigen Tag 714,7 Millionen Setzlinge – ein Rekord, den das Land nun übertreffen will. Diese Leistung inspirierte Nachbarländer wie Kenia und Uganda, eigene groß angelegte Wiederaufforstungsprogramme zu starten.
Die Initiative „Green Legacy“ hat sich bereits als wirksam erwiesen. Die Überlebensrate der gepflanzten Setzlinge erreichte 84 Prozent, und das Programm trug zur Sequestrierung von rund 297 Millionen Tonnen Kohlendioxid bei. Durch die Wiederherstellung von Wassereinzugsgebieten, den Schutz der Artenvielfalt und die Einführung von Agroforstwirtschaft hat die Initiative die Waldbedeckung Äthiopiens von etwa 17 auf 23,6 Prozent erhöht – ein beispielloser Erfolg in so kurzer Zeit.
Das Programm hat die Entwicklung einer klimaresistenten Landwirtschaft gefördert und neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Millionen von Bürgern in der Setzlingsanzucht, der Baumschulverwaltung und bei Umweltdienstleistungen geschaffen. Darüber hinaus wurden über zehn neue Obstbaumarten – darunter Tomaten, Kakao und Macadamia – eingeführt, um die Ernährungssicherheit und das Exportpotenzial zu stärken.
Millionen von Freiwilligen im ganzen Land bereiten sich darauf vor, an der Augustveranstaltung teilzunehmen, die Äthiopiens Engagement für ökologische Wiederherstellung bekräftigt und das Land als globalen Führer im Klimaschutz positioniert – ein Beispiel, das andere Nationen zu Masseninitiativen für nachhaltige Entwicklung inspiriert.


