Das Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam hat zu Ehren des am 10. Juni 2026 im Alter von 83 Jahren verstorbenen niederländischen Konzeptkünstlers Wim T. Schippers einen Boden mit 800 Pfund (etwa 363 kg) Erdnussbutter bestrichen.
Diese Installation mit dem Namen „Pindakaasvloer“ (Erdnussbutterboden) wurde vom Künstler selbst bereits im Jahr 1969 zum ersten Mal geschaffen.
Schippers war zu dieser Zeit in den Avantgarde-Kreisen der Niederlande bereits bestens bekannt für seine experimentellen Kunstinstallationen und die provokante Fernsehshow „Hoepla“, die nach nur wenigen Folgen abgesetzt wurde.
Einen Monat nach seinem Tod ließ das Museum dieses Werk als Hommage an sein kreatives Erbe wieder aufleben.
800 Pfund Erdnussbutter hätten für etwa 15.000 Sandwiches gereicht!
Dies ist eine der ungewöhnlichsten und einprägsamsten Arten, das Andenken eines Künstlers in der Geschichte der zeitgenössischen Kunst zu würdigen.
Die Idee für dieses Werk resultierte aus früheren Experimenten des Künstlers. Im Jahr 1962 schuf er bei einer Ausstellung im Museum Fodor zwei Bodenskulpturen: Dabei bedeckte er den Boden eines Saals komplett mit Salz und einen anderen mit Scherben aus Fensterglas. Der „Erdnussbutterboden“ wurde jedoch erst 1969 in der Galerie Mickery im niederländischen Dorf Loenersloot tatsächlich realisiert.
Technische Details der Installation
Zwei Museumsmitarbeiter, die als „Erdnussbutter-Verputzer“ bezeichnet wurden, verbrachten mehrere Tage damit, 40 Eimer cremige Erdnussbutter auf einer sechseckigen Plattform zu verteilen.
Mit Spachteln für den Trockenbau strichen sie die essbare Masse von Rand zu Rand in einer gleichmäßigen, etwa 2 cm (0,8 Zoll) dicken Schicht auf.
„Es war eine gewaltige Aufgabe“, erklärte Leon Dunck, der an der Rekonstruktion des Werks beteiligt war, in einem Interview mit der Associated Press.
Insgesamt wurden etwa 800 Pfund Erdnussbutter verwendet – eine Menge, die für circa 15.000 Butterbrote gereicht hätte!
Die niederländische Marke Calvé, die auch Schippers’ bevorzugte Wahl war, stellte die Erdnussbutter für diese Installation kostenlos zur Verfügung. Wie der Künstler selbst zu sagen pflegte: „Weil sie sich so gut streichen lässt.“
Ein innovativer Künstler
Wim T. Schippers (1942–2026) war eine vielseitige Persönlichkeit – Künstler, Fernseh- und Hörfunkmoderator sowie Synchronsprecher. In den 1960er Jahren erlangte er Berühmtheit durch seine absurden und provokanten Kunstwerke. Er arbeitete zudem an Kurzfilmen und bezeichnete das Fernsehen als die „größte Galerie der Welt“.
Menschen einer bestimmten Generation kennen ihn als die Stimme von Ernie und Kermit dem Frosch in der niederländischen Version der „Sesamstraße“. Von 1984 bis 1991 moderierte er eine beliebte Radiosendung, und 1986 inszenierte er ein Theaterstück, in dem Deutsche Schäferhunde die Hauptrollen spielten.



