Das chinesische Startup StepFun beschloss, das Smartphone als „Taschenagenten“ zu betrachten und präsentierte am 13. Juli 2026 das StepX Neo – ein Telefon, bei dem die KI die Hauptrolle spielt, nicht die App-Liste.
Ein Telefon mit einem Agenten statt eines Menüs
Das StepX Neo läuft auf dem eigenen System Step AOS. Darin lebt der Agent Amoo – nicht nur ein Assistent, sondern ein „Aufgabenerfügler“. Sie geben ihm einen einfachen Befehl:
- „Buche mir eine Reise für morgen“
- „Bezahle die Nebenkosten und erinnere mich an die Rechnung“
und er durchsucht dann selbst die Apps, greift auf Systemfunktionen zu, nutzt Webservices und bringt die Sache zum Abschluss. Anstatt selbst über den Bildschirm zu springen, formulieren Sie einfach das Ziel.
Fokus auf Offline-Intelligenz
StepFun wurde 2023 von ehemaligen Microsoft-Mitarbeitern gegründet, und sie hatten offensichtlich die ständige Cloud-Abhängigkeit satt. Deshalb arbeitet im StepX Neo ein Teil der Intelligenz direkt auf dem Gerät: Das Modell Step Edge kann Anfragen offline verarbeiten.
Das bedeutet, dass:
- der Agent nicht zu einer „Hülle“ wird, wenn das Internet ausfällt;
- die Abhängigkeit von Latenzzeiten und Servern geringer ist;
- Ihre Aktionen zumindest teilweise auf dem Telefon bleiben und nicht sofort irgendwohin auf entfernte Maschinen gesendet werden.
Der Agent Amoo übernimmt die alltägliche Routine – Reisen, Zahlungen, Erinnerungen und kleine Aufgaben – und koordiniert verschiedene Dienste selbst, sodass Sie sich so selten wie möglich einmischen müssen.
Was bereits gezeigt wurde und was als Nächstes kommt
Auf der Präsentation demonstrierte StepFun drei Schlüsselmerkmale:
- Echtzeit-Übersetzung live;
- Automatisierung von Aufgabenketten;
- enge Integration mit Apps und Systemfunktionen.
Dies war eher ein erster „Versuch“. Eine vollständige Präsentation für die breite Öffentlichkeit ist für den 17. Juli in Shanghai auf der World Artificial Intelligence Conference geplant. Das StepX Neo kann man derzeit noch nicht kaufen – weder der chinesische Verkaufsstart noch ein globaler Release wurden angekündigt.
Hardware – bisher im Hintergrund
Interessanterweise ist über das „eiserne“ Telefon selbst wenig bekannt:
- Prozessor, Bildschirm, Kameras, Speichergröße sind offiziell nicht bekannt gegeben;
- in seltenen Erwähnungen taucht ein Akku im Bereich von 6000–8000 mAh auf, aber dies ist nicht bestätigt und wirkt eher wie eine vorläufige Schätzung als eine endgültige Zahl;
- weder der Preis noch der Beginn der Verkaufszahlen in China wurden bisher genannt.
Stattdessen startete das Unternehmen ein 100-tägiges Programm zur gemeinsamen Weiterentwicklung des Ökosystems – im Grunde eine Periode, in der sie gemeinsam mit Partnern und ersten Nutzern die Funktionsweisen des Agenten und die Integration verfeinern werden.
Was es von herkömmlichen Smartphones unterscheidet
Das Hauptmerkmal des StepX Neo ist nicht „noch ein Assistent“.
Traditionelle Smartphones bieten Ihnen einen Helfer, der Fragen beantwortet und im besten Fall ein paar Aktionen ausführt. Hier ist alles anders:
- Der Agent ist von Anfang an als Interaktionszentrum konzipiert;
- seine Aufgabe ist es nicht nur zu antworten, sondern die gesamte Kette von der Eingabeaufforderung bis zum Ergebnis abzuschließen.
Auf Android und iOS stoßen ähnliche Dinge oft an die Grenzen des Ökosystems oder an die Notwendigkeit, ständig die Cloud zu nutzen. Das StepX Neo versucht, den agentenbasierten Ansatz zum Standard zu machen: das Telefon als Aufgabenerfügler, nicht als Sammlung einzelner Apps.
Für wen ist das StepX Neo überhaupt gedacht?
Dieses Smartphone ist keine Geschichte für jedermann. Es ist besonders interessant für diejenigen, die:
- neue Benutzeroberflächenformate ausprobieren möchten;
- bereit sind, weniger zu „klicken“ und mehr Aufgaben in Worten zu formulieren;
- sich nicht davor scheuen, einen Teil der Steuerung an einen KI-Agenten abzugeben.
Der entscheidende Punkt wird sein, wie sich Amoo in der Praxis verhält: wenn der Benutzer keine perfekt abgestimmten Szenarien hat, sondern ein Chaos aus Chats, Fristen, Reisen und Zahlungen. Wenn der Agent diese reale Welt aushält, könnte das StepX Neo das erste wirklich „agentenbasierte“ Smartphone werden, und nicht nur ein weiteres Telefon mit dem modischen Wort „AI“ auf der Verpackung.

