Die 24-jährige Kiewerin Marta Kostjuk hat ukrainische Tennisgeschichte geschrieben, indem sie zum ersten Mal in ihrer Karriere das Halbfinale von Wimbledon 2026 erreichte – dem ältesten und prestigeträchtigsten Turnier der Welt.
Sensationeller Sieg gegen Paolini
In ihrem Viertelfinalmatch auf dem legendären Centre Court zeigte die Weltranglistendreizehnte Kostjuk Tennis der Extraklasse und deklassierte die Italienerin Jasmine Paolini (WTA-Nr. 17) mit 6:3, 6:2.
Die Partie, die nur eine Stunde und neun Minuten dauerte, glich einer Gala-Vorstellung der Ukrainerin. Kostjuk agierte von Beginn bis Ende fehlerfrei und ließ ihrer Kontrahentin nicht den Hauch einer Chance. Es war das vierte Aufeinandertreffen der beiden Spielerinnen, bei dem Marta zum zweiten Mal die Oberhand behielt.
Ein wahr gewordener Traum
„Ich spiele zum ersten Mal auf diesem unglaublichen Platz, und für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Es ist immer ein großartiges Gefühl, in der größten Arena aufzulaufen, eine gute Show zu bieten und dann auch noch zu gewinnen. Vielen Dank an alle für die Unterstützung. Es ist wirklich schön, die Rückendeckung des Publikums auf dem größten Platz von Wimbledon zu spüren“, beschrieb Kostjuk ihre Emotionen nach dem historischen Erfolg.
Berührend war Martas Geständnis, dass sie vor diesem Spiel erst ein einziges Mal auf dem Centre Court von Wimbledon gewesen war – vor neun Jahren als Zuschauerin bei einem Match von Roger Federer. Nun betrat sie diesen für Tennisspieler heiligen Rasen selbst als Halbfinalistin des Turniers!
Historischer Kontext
Kostjuk ist damit erst die zweite Ukrainerin in der Geschichte, die das Halbfinale von Wimbledon erreicht hat. Zuvor war dies nur Elina Switolina in den Jahren 2019 und 2023 gelungen.
Bemerkenswert ist, dass noch nie eine Ukrainerin im Einzelfinale eines Grand-Slam-Turniers stand. Jetzt ist Marta nur noch einen Schritt davon entfernt, diese Statistik für immer zu verändern.
Phänomenale Form im Jahr 2026
Wimbledon ist die Fortsetzung einer unglaublichen Serie für Kostjuk in der Saison 2026. Es ist bereits das zweite Grand-Slam-Halbfinale für die Ukrainerin in diesem Jahr; erst im Juni erreichte sie diese Phase bei den French Open, wo sie sich Mirra Andrejewa geschlagen geben musste.
Martas Statistiken sind beeindruckend:
- Erstmals in ihrer Karriere verbuchte sie 10 Siege im Hauptfeld von Grand-Slam-Turnieren innerhalb eines Kalenderjahres (5 bei den French Open und 5 in Wimbledon)
- 300 Winner im Laufe ihrer Karriere bei Rasen-Majors
- Ihr 12. Halbfinale auf der WTA-Tour (Sieg-Niederlagen-Verhältnis 6:5) und das fünfte im Jahr 2026 (3:1)
- In dieser Saison gewann sie die Sandplatzturniere WTA 250 in Rouen und das WTA 1000 in Madrid
- Seit Beginn der Sandplatzsaison stehen 21 Siege aus 22 Spielen zu Buche
Die Halbfinalgegnerin
Im Kampf um den Finaleinzug trifft Kostjuk auf die Tschechin Linda Nosková (WTA-Nr. 13), die sich im Viertelfinale gegen die Belgierin Elise Mertens mit 6:3, 7:5 durchsetzte.
Interessanterweise standen sich die beiden Spielerinnen bisher nur einmal gegenüber – im Viertelfinale des 1000er-Turniers in Madrid, das Kostjuk für sich entschied.
Der Weg ins Finale
Die Siegerin der Begegnung Kostjuk-Nosková trifft im Finale auf die Gewinnerin des anderen Halbfinals, in dem die Tschechin Karolína Muchová (WTA-Nr. 9) und die Amerikanerin Coco Gauff gegeneinander antreten.
Das Wimbledon-Finale der Damen 2026 findet am Samstag, den 11. Juli, statt.
Ein emotionaler Triumph
Kostjuks Einzug ins Wimbledon-Halbfinale ist mehr als nur ein sportlicher Erfolg – es ist ein wahrer Triumph für das ukrainische Tennis und ein Symbol für Unbeugsamkeit und Talent. Marta hat bewiesen, dass ukrainische Athletinnen in der Lage sind, auf höchstem Niveau mitzuhalten und die bedeutendsten Arenen der Welt zu erobern.
Ihr Weg von dem Mädchen, das vor neun Jahren ein Federer-Match von der Tribüne des Centre Courts aus verfolgte, zur Wimbledon-Halbfinalistin ist die Geschichte eines Traums, der durch Talent, Beharrlichkeit und grenzenlose Liebe zum Tennis Wirklichkeit wurde.
Bravo, Marta!



