Um den neuen James Bond beginnt sich der Nebel wieder zu verdichten.
Seit nunmehr zwei Tagen diskutieren die britische Presse und die Fans von 007 intensiv über den Namen Jack Lowden — dem Star der Serie „Slow Horses“, der immer häufiger als einer der ernsthaftesten Kandidaten für die Rolle des nächsten Agenten 007 gehandelt wird.
Eine offizielle Ankündigung steht noch aus.
Sein Name tauchte im Sommer 2026 als einer der überraschenderen Kandidaten für 007 auf. The Independent schrieb, dass er nach mutmaßlichen Vorsprechen sogar in den Listen der Buchmacher aufstieg und als Alternative zu bekannteren Bewerbern wie Callum Turner, Harris Dickinson und Jacob Elordi gehandelt wurde.
Das aktuelle Bild sieht also so aus: Jack Lowden ist einer der meistdiskutierten und Gerüchten zufolge ernsthaft in Erwägung gezogenen Kandidaten, während Tom Francis eine jüngere und weniger bekannte Option darstellt, die in den Gesprächen über die Besetzung von Bond selbst ebenfalls eine Rolle spielt.
Die Macher wollen nicht nur auf bereits etablierte Stars schauen, sondern auch auf „unverbrauchte Gesichter“ — britische Schauspieler um die 30 Jahre, die das Publikum noch nicht fest mit anderen Franchises verknüpft hat. Francis passt fast ideal in dieses Kriterium.
Es sind also noch keine unterschiedlichen Rollen zwischen ihnen verteilt — sie sind vielmehr Konkurrenten um denselben 007. Eine offizielle Entscheidung von Amazon MGM steht noch aus, und Produzentin Amy Pascal sagte, dass die Ankündigung des neuen Bond wahrscheinlich gegen Ende des Jahres 2026 erfolgen werde.
Doch das Gerücht hat sich bereits weit über die üblichen Fan-Fantasien hinaus verbreitet.
Warum ausgerechnet Jack Lowden
Auf den ersten Blick erscheint die Wahl fast zu logisch.
Lowden ist Brite, er ist 36 Jahre alt, jung genug, um den Bond über viele Jahre zu spielen, besitzt aber bereits die Ruhe und die innere Schwere, die diese Figur erfordert.
Und vor allem: Das Publikum hat ihn bereits in der Rolle eines Geheimdienstlers gesehen.
In „Slow Horses“ spielt Lowden River Cartwright, einen MI5-Agenten, der ständig zwischen professioneller Zuversicht, Frustration, Fehlern und dem Wunsch, zu beweisen, dass er zu mehr fähig ist, balanciert.
Das heißt, an einen Mann im teuren Anzug, der für den britischen Geheimdienst arbeitet und regelmäßig in lebensgefährliche Situationen gerät, muss er sich nicht erst gewöhnen.
Aber Bond ist ein ganz anderes Kaliber.
Kein glatter Held
Genau hier könnte Lowden besonders interessant sein.
Er macht nicht den Eindruck eines perfekt polierten Superhelden.
Er hat eine gewisse Kälte, Nervosität, manchmal sogar Müdigkeit an sich.
Er versteht es, wie jemand zu wirken, der schneller denkt, als er spricht, und er ist in der Lage, gefährlich zu sein, ohne das jede Sekunde zur Schau stellen zu müssen.
Für den neuen Bond könnte das wichtiger sein als ein perfektes Lächeln.
Nach der Ära von Daniel Craig hat sich das Publikum daran gewöhnt, dass 007 verletzt, zweifelnd, emotional verschlossen und bei weitem nicht makellos sein kann.
Lowden ist durchaus in der Lage, diese Linie fortzusetzen – aber auf seine eigene Art.
Woher kam das Gerücht überhaupt
Eine neue Welle der Diskussionen entstand, nachdem der Fernsehmoderator und Schriftsteller Richard Osman erzählte, er habe den Namen Lowden im Zusammenhang mit dem Casting für den neuen Bond gehört.
Seinen Worten zufolge könnte der Schauspieler tatsächlich ernsthaft in Betracht gezogen werden.
Dabei stellte Osman jedoch sofort klar: Das bedeutet noch nicht, dass die Rolle bereits vergeben ist.
Und das ist ein wichtiges Detail.
Bislang hat Amazon MGM noch keinen neuen Darsteller offiziell bekannt gegeben.
Es ist also noch zu früh, um zu sagen: „Jack Lowden ist der neue James Bond“.
Aber die Formulierung „einer der Hauptkandidaten“ wirkt derzeit durchaus angemessen.
Der neue Bond wird ganz anders sein
Die Spannung steigt zudem durch die Frage, wer für die nächste Ära des Franchise verantwortlich zeichnet.
Auf dem Regiestuhl sitzt Denis Villeneuve.
Das Drehbuch schreibt Steven Knight.
Und diese Kombination garantiert fast, dass der neue Film kaum eine bloße Wiederholung der alten Formel sein wird.
Villeneuve liebt große Maßstäbe, Spannung und Charaktere, die nicht nur der Action wegen existieren.
Daher könnte der neue Bond durchaus kälter, psychologischer und etwas weniger glatt werden.
In diesem Kontext wirkt Lowden besonders passend.
Aber die Konkurrenz ist riesig
Sein Name ist bei weitem nicht der einzige.
Im Gespräch über den neuen 007 fallen regelmäßig die Namen Aaron Taylor-Johnson, Callum Turner, Aaron Pierre und anderer britischer Schauspieler.
Genau deshalb sollte man den aktuellen Wirbel um Lowden noch mit Vorsicht genießen.
Die Casting-Geschichte von Bond kennt zahlreiche Fälle, in denen ein „fast bestätigter“ Schauspieler nach wenigen Wochen wieder aus der Diskussion verschwand.
Bis zur offiziellen Ankündigung bleibt alles offen.
Und doch hat diese Wahl etwas für sich.
Stellt man sich Jack Lowden im Smoking vor, mit kaltem Blick und dem legendären „Bond. James Bond“, wirkt die Idee gar nicht mehr so abwegig.
Im Gegenteil.
Er besitzt genau die richtige Mischung aus Intelligenz, Gefahr und britischer Zurückhaltung.
Er weiß bereits, wie man einen Agenten spielt.
Er ist nicht zu sehr durch große Superhelden-Franchises „abgenutzt“.
Und er ist gleichzeitig bekannt genug, damit das Studio ihn zum Gesicht einer neuen Ära machen könnte.
Bisher ist das nur ein Gerücht.
Aber es ist bereits eines dieser seltenen Gerüchte, die nicht nur schön klingen, sondern durchaus glaubwürdig erscheinen.
Wenn Amazon MGM tatsächlich einen Bond sucht, der weniger posiert und mehr nachdenkt, könnte Jack Lowden eine sehr starke Wahl sein.




