Anfang August 2026 rückte der Prozess der öffentlichen Offenlegung von Materialien zu unidentifizierten anomalen Phänomenen (UAP) in den USA erneut in den Mittelpunkt des Interesses. Am 7. August veröffentlichte der Fernsehmoderator und Psychologe Phil McGraw einen kurzen, aber scharfen Kommentar. Er verglich die Aktionen des Pentagons mit einem Zaubertrick: Die Behörden zeigen bestimmte Dokumente und Aufzeichnungen, lenken damit ab, lassen aber gleichzeitig wirklich wichtige Daten im Verborgenen. „Wenn Sie über Offenlegung sprechen wollen, dann fangen Sie an, Offenlegung zu betreiben“, schrieb er und spiegelte damit die wachsende Enttäuschung jener Beobachter wider, die das PURSUE-Programm verfolgen.
Bereits am nächsten Tag, dem 8. August, veröffentlichte die New York Post einen Artikel, der diese Kritik scheinbar bestätigte. Quellen der Zeitung berichteten von zwei Videoaufnahmen aus dem Jahr 2023. Diese wurden von einem Militärangehörigen mit einem gewöhnlichen Mobiltelefon in zwei aufeinanderfolgenden Nächten gemacht. Die Aufnahmen zeigen Berichten zufolge ein schwarzes dreieckiges Objekt von etwa hundert Fuß Durchmesser. Das Flugobjjekt bewegte sich über den Bergen nahe einer Militärbasis in Colorado und tarnte sich der Beschreibung nach in den Wolken. Die Aufzeichnungen werden im Büro für Sonderermittlungen der Luftwaffe (Air Force Office of Special Investigations) unter den Nummern IRR1669S015524 und IRR1669S005024 aufbewahrt und bleiben bis heute geheim. Dies geschieht ungeachtet von Anweisungen, die darauf abzielen, das Vorgehen von Informanten zu erleichtern und die Deklassifizierung zu beschleunigen.
Der Reporter Shane Gälvin, der den Artikel verfasste, erhielt hohe Anerkennung von Christopher Sharp – dem Gründer der Liberation Times und Senior Correspondent der Daily Mail. Sharp bezeichnete den Artikel öffentlich als qualitativ hochwertig und betonte, dass Gälvins Arbeit Beachtung verdiene. Die Veröffentlichung der Fallnummern machte die Geschichte besonders konkret: Forscher und Gesetzgeber verfügen nun über klare Anhaltspunkte für Anfragen.
Die Reaktion offizieller Stellen erfolgte recht schnell. Am 9. August erklärte der amtierende Pressesprecher des Verteidigungsministeriums (Department of War), Joel Valdes, dass die Behörde den Bericht prüfe. Sollten bei der Überprüfung entsprechende Informationen gefunden werden, plant man, diese im Rahmen des PURSUE-Programms auf der Website war.gov/UFO zu veröffentlichen.
Our team at the Department of War is looking into this report. If there is anything we uncover, we will release it under PURSUE on WAR.GOV/UFO.
Diese Abfolge von Ereignissen illustriert gut den aktuellen Stand des Prozesses. Einerseits veröffentlicht das Verteidigungsministerium weiterhin Pakete deklassifizierter Dokumente, Videos und Bilder – historische Berichte, Sensoraufzeichnungen, Zeugenaussagen. Andererseits bleiben einzelne Materialien, insbesondere relativ aktuelle und mit zivilen Geräten aufgenommene, weiterhin unter Verschluss. Informanten, mit denen die Publikation sprach, bemerken, dass sich für diejenigen, die bereits versucht haben, ähnliche Fälle über offizielle Kanäle zu melden, wenig geändert hat.
Die Geschichte mit dem dreieckigen Objekt über Colorado bleibt vorerst auf der Ebene von Quellenaussagen. Die Videos wurden nicht öffentlich gezeigt, und es gibt keine unabhängige Überprüfung ihres Inhalts. Doch allein die Tatsache, dass konkrete Fallnummern auftauchten und die Behörde prompt reagierte, zeigt, wie der öffentliche und journalistische Druck die Grenzen dessen, was die Behörden im Moment offenzulegen bereit sind, weiterhin verschiebt. Der Prozess läuft, aber Fragen zur Vollständigkeit und Selektivität der Offenlegung sind weiterhin offen.


