Am 3. Juni 2026 hat die Sonnenaktivität nicht nur nicht nachgelassen, sondern einen weiteren deutlichen Anstieg verzeichnet. Um 07:00 Uhr UTC löste die aktive Region 4455, die bereits für die gestrige M9.3-Eruption verantwortlich war, einen weiteren starken Flare der Klasse M7.7 aus. Dieses Ereignis wird ebenfalls der Stufe R2 (moderat) zugeordnet und bestätigt, dass die Region weiterhin instabil und komplex strukturiert bleibt.
Strong M7.76 flare Follow live on spaceweather.live/l/flare
Im Gegensatz zum vorangegangenen Ereignis registrierten Beobachter diesmal deutliche Anzeichen für einen Materieausstoß. Auf den Sonnenaufnahmen ist zu erkennen, wie Plasma von der Oberfläche weggeschleudert wird. Experten der NOAA gehen davon aus, dass der damit verbundene koronale Massenauswurf (CME) in den kommenden Stunden auf den Koronografen sichtbar wird. Erste Schätzungen deuten darauf hin, dass auch dieser zweite Auswurf Kurs auf die Erde nimmt.
Die Geometrie der Ereignisse sorgt für zusätzliche Spannung. Wie die Physikerin Tamitha Skov anmerkt, handelt es sich bereits um die zweite bedeutende Eruption aus derselben Region, die sich derzeit in der „Einschlagzone“ zur Erde befindet. Die erste Plasmawolke, die während des M9.3-Flares freigesetzt wurde, ist bereits auf dem Weg zu unserem Planeten. Der zweite Auswurf könnte auf der interplanetaren Autobahn in einen „Stau“ geraten, was den Gesamteffekt potenziell verstärken würde. Laut NASA-Prognosen wird der erste Einschlag gegen Mittag des 4. Juni erwartet, während der zweite gegen Ende des Tages eintreffen dürfte.
Eine solche Abfolge von Eruptionen aus einer einzigen Quelle ist eher selten und macht die Weltraumwettervorhersage besonders interessant. Wissenschaftler beobachten die Interaktion der beiden Wolken genau: Sollte die zweite die erste „einholen“, könnte der geomagnetische Sturm länger andauern oder intensiver ausfallen. Die genaue Stärke der Auswirkungen bleibt vorerst ungewiss – vieles wird von der Geschwindigkeit, Dichte und magnetischen Ausrichtung des Plasmas abhängen.
Die Region 4455 entwickelt sich weiter und behält eine komplexe magnetische Konfiguration bei. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für weitere Flares, einschließlich der X-Klasse, in den kommenden Tagen erhöht bleibt. Echtzeit-Beobachtungen zeigen, dass die Sonne nach einer Phase relativer Ruhe in eine aktive Phase zurückgekehrt ist und demonstriert, wie schnell sich die Lage ändern kann.
Fachleute weltweit setzen die Überwachung fort. In den nächsten 24 Stunden werden genauere Daten zu den CME-Parametern erwartet, was präzisere Vorhersagen zu möglichen geomagnetischen Stürmen, Polarlichtern und Auswirkungen auf technische Systeme ermöglichen wird.
