Am 3. Juni 2026 verzeichnete die Sonnenaktivität einen weiteren sprunghaften Anstieg. Um 11:28 Uhr UTC ereignete sich in der aktiven Region 4455, die sich nahezu im Zentrum der sichtbaren Sonnenscheibe befindet, ein Flare der Klasse X1.0 (nach einigen Messungen sogar X1.07). Dies markiert das erste Ereignis der X-Klasse seit Wochen und stellt die direkte Fortsetzung einer Serie starker Eruptionen aus demselben Gebiet dar, darunter ein M9.3-Flare am frühen Morgen sowie ein M7.7-Ereignis wenige Stunden danach.
Major X1.07 flare from sunspot region 4455 Follow live on spaceweather.live/l/flare
Laut Angaben des NOAA SWPC löste der Ausbruch einen Funk-Blackout der Stufe R3 (stark) aus. In weiten Teilen der Erde kam es zu vorübergehenden Störungen im Kurzwellenfunk, insbesondere in den sonnenzugewandten Gebieten Europas, Asiens und des Pazifiks. Das Solar Dynamics Observatory der NASA dokumentierte den hellen Strahlungsausbruch im extremen Ultraviolettbereich und bestätigte damit das enorme Ausmaß des Geschehens.
An X1.0 class (R3 - Strong) occurred at 11:28 UTC on 03 June, originating from Region 4455, the same region that produced the M9.3 and M7.7 earlier in the UTC day. There is a 9% chance of a particle event from this R3.
Die Region 4455 erweist sich als erstaunlich produktiv. Innerhalb kürzester Zeit produzierte sie eine ganze Reihe signifikanter Eruptionen, obwohl die magnetische Konfiguration zuvor noch als relativ einfach galt. Experten weisen darauf hin, dass sich die Region stetig weiterentwickelt und in einer geoeffektiven Position verbleibt – sie ist der Erde quasi direkt zugewandt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass mit den Flares einhergehende koronale Massenauswürfe (CME) Kurs auf unseren Planeten nehmen könnten.
Das Labor für Sonnenastronomie (XRAS) und andere Überwachungsdienste registrieren einen kontinuierlichen Anstieg der Aktivität. Nach einer vergleichsweise ruhigen Phase ist die Sonne offensichtlich in ein Stadium gesteigerter Eruptionsfreudigkeit übergegangen. Das Risiko für weitere Ereignisse der M- und X-Klasse bleibt in den kommenden Tagen deutlich erhöht.
Das Hauptaugenmerk der Fachwelt liegt derzeit auf den potenziellen koronalen Massenauswürfen. Vorangegangene Eruptionen aus dieser Region haben bereits Plasmawolken ins All geschleudert, die laut ersten Modellen die Erde am 4. oder 5. Juni erreichen könnten. Der neue X-Flare könnte den bereits wandernden Strukturen weiteres Material hinzufügen, was gelegentlich zu komplexeren und langanhaltenderen geomagnetischen Störungen führt.
Prognosen für die nächste Zeit lassen moderate Stürme der Stufen G1 bis G2 vermuten, wobei die exakte Intensität erst nach einer detaillierten Analyse der Koronographendaten feststehen wird. Derartige Aktivitätsphasen führen vor Augen, wie wechselhaft sich die Sonne selbst innerhalb des laufenden Zyklus verhalten kann.
Observatorien rund um den Globus setzen ihre Überwachung rund um die Uhr fort. Bislang besteht keine unmittelbare Gefahr für die Infrastruktur am Boden, doch Satellitensysteme, der Funkverkehr und die Navigation könnten Auswirkungen zu spüren bekommen. Die kommenden Stunden und Tage werden zeigen, wie massiv die Auswirkungen dieses neuerlichen Impulses solarer Energie tatsächlich ausfallen.
