Das Jahr 2024 brachte für die österreichischen Wälder extreme Herausforderungen mit sich, gekennzeichnet durch rekordverdächtige Sturmschäden, eine signifikante Reduzierung der Borkenkäferbefälle und hohe Kosten für die Waldpflege. Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) berichteten von 1,5 Millionen Festmetern Schadholz, was 75 Prozent des Gesamtholzeinschlags ausmacht, und verursachten Rekordkosten von 49 Millionen Euro.
Das Jahr begann mit den Nachwirkungen zweier schwerer Stürme aus dem Herbst 2023, gefolgt von zahlreichen kleineren und mittleren Windwürfen im Laufe des Jahres, die zu den größten Sturmschäden der letzten 15 Jahre führten. Besonders betroffen waren Regionen wie Salzburg, die Obersteiermark, Tirol und Niederösterreich.
Andreas Gruber, Vorstand der ÖBf für Forstwirtschaft und Naturschutz, betonte: "Die Aufarbeitung nach Windwürfen ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Je schneller das Schadholz aus dem Wald entfernt wird, desto weniger Nährboden findet der Borkenkäfer." Rund 70 Prozent der Schäden im Jahr 2024 wurden Stürmen zugeschrieben, während Schneebruch etwa neun Prozent ausmachte.
Trotz überdurchschnittlich warmer Monate, die die Vermehrung des Borkenkäfers begünstigten, konnten die ÖBf den Käferschaden um mehr als 60 Prozent reduzieren. "Das ist auf intensive Prävention und Gegenmaßnahmen wie die Entrindung von Windwurfstämmen, Monitoring und den Einsatz von Fangbäumen zurückzuführen", so Gruber. Mit etwa 270.000 Festmetern Käferholz sank der Anteil auf 18 Prozent des Schadholzes.
Im Jahr 2024 investierten die ÖBf rund 18,5 Millionen Euro in die Bekämpfung des Borkenkäfers und die Waldpflege - die höchste Summe seit 15 Jahren. "Bis 2030 planen wir weitere 100 Millionen Euro, um unsere Wälder stabil und resilient zu halten", betonte Georg Schöppl, Vorstandssprecher der ÖBf. Ziel ist der Umbau hin zu artenreichen Mischwäldern, die den Herausforderungen der Klimakrise gewachsen sind.
Die Klimakrise mit ihren Rekordtemperaturen, Sturmereignissen und Extremwetterlagen macht deutlich, dass der Waldumbau unverzichtbar ist. Nur naturnahe, nachhaltig bewirtschaftete Wälder können den ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen der Zukunft gerecht werden.
Mit dem Leitprinzip der Nachhaltigkeit und einer aktiven Waldbewirtschaftung stehen die Bundesforste als größter Naturraumbewirtschafter Österreichs vor einer Mammutaufgabe.