In der vorliegenden Studie wird die Entdeckung einer neuen Pilzart aus der Familie der Täublingsverwandten beschrieben – Russula viatica. Die Proben dieses Makromyzeten wurden im Kokshetau-Gebirge in Kasachstan gesammelt, einer Region, deren mykologische Vielfalt bislang weitgehend unerforscht blieb.
Um die Einzigartigkeit des Fundes zu bestätigen, wandten die Autoren die Methode der integrativen Taxonomie an, wobei sie klassische morphologische Analysen mit molekulargenetischen Untersuchungen kombinierten. Die Analyse der DNA-Struktur, namentlich der ITS-rDNA-Sequenzen, belegte, dass dieser Pilz einen eigenständigen evolutionären Zweig bildet und genetisch von anderen in Eurasien bekannten Arten isoliert ist.
Systematisch wird Russula viatica in die Untergattung Brevipes und die Untersektion Pallidosporinae eingeordnet. Die neue Art zeichnet sich dabei durch eine Reihe spezifischer diagnostischer Merkmale aus.
Sie geht eine Mykorrhiza-Symbiose in Kiefernwäldern ein, besitzt einen ockerfarbenen Sporenabdruck der Klasse IIIb nach der Romagnesi-Skala und weist charakteristische Abmessungen der Basidien sowie Basidiosporen auf. Bei mikroskopischen Untersuchungen zeigt sich auf den Sporen eine subretikulate Ornamentierung, die bei Kontakt mit jodhaltigen Reagenzien amyloid reagiert.
Neben der detaillierten morphologischen Beschreibung und Illustrationen der neuen Art führten die Autoren eine Revision der bestehenden systematischen Daten innerhalb der Untergattung durch. Um künftigen Forschern die Arbeit zu erleichtern und Fehlbestimmungen zu vermeiden, bietet die Publikation einen aktualisierten Bestimmungsschlüssel für eurasische Arten der Untergattung Brevipes mit dunklem Sporenabdruck. Diese Arbeit leistet somit einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Biodiversität und Ökologie der Pilze Zentralasiens.
